Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach Gesprächen mit US-Sondergesandtem Steve Witkoff in Oslo erklärt, dass die amerikanische Weitergabe von Frühwarninformationen über russische Raketenangriffe wieder funktioniere. Zuvor hatte Kiew Washington vorgeworfen, wichtige Informationen zurückzuhalten. Die US-Regierung hatte diese Darstellung zurückgewiesen.
Selenskyj betonte, rechtzeitige Warnungen vor ballistischen Raketen seien für den Schutz der Zivilbevölkerung entscheidend. Nach dem Treffen dankte er der amerikanischen Seite für die nun funktionierende Zusammenarbeit. Offen bleibt dagegen die Frage der zuletzt gemeldeten Einschränkungen beim Satellitennetz Starlink. Die Ukraine hofft auch hier auf eine Lösung.
An den Gesprächen in Norwegens Hauptstadt nahmen außerdem Finnlands Präsident Alexander Stubb und der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre teil. Trumps Schwiegersohn und Unterhändler Jared Kushner war per Video zugeschaltet. Stubb sprach von tatsächlichen Fortschritten bei Vorschlägen für ein Ende des Krieges, nannte jedoch keine Einzelheiten und mahnte Geduld an.
Ein US-Regierungsvertreter bezeichnete die Beratungen anschließend als konstruktiv. Zwischen den USA, der Ukraine und Europa bestehe auf Arbeitsebene eine weitgehende Übereinstimmung über die nächsten Schritte. Witkoff soll die Vorschläge bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch erörtern.
Ob Moskau zu Zugeständnissen bereit ist, bleibt unklar. Außenminister Sergej Lawrow erklärte im Vorfeld, Russland werde sich die amerikanischen Vorschläge anhören, schloss politische Zugeständnisse allerdings aus.
In Oslo ging es nach Angaben der Beteiligten unter anderem um Sicherheitsgarantien für die Ukraine sowie Vorschläge für eine Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen. Selenskyj bekräftigte die Verhandlungsbereitschaft seines Landes. Støre unterstrich, dass Europa an Gesprächen über eine Friedensordnung beteiligt werden müsse.
Trotz der vorsichtig positiven Signale bleiben die Beziehungen zwischen Washington und Kiew angespannt. US-Präsident Donald Trump forderte die Ukraine erneut auf, ein Abkommen zu schließen. Selenskyj besteht darauf, dass sein Land bei Verhandlungen über seine Zukunft selbst am Tisch sitzt.
Zusätzliche Unsicherheit besteht bei der Versorgung mit Patriot-Abfangraketen. US-Außenminister Marco Rubio räumte ein, dass erwartete Lieferungen möglicherweise noch nicht eingetroffen seien. Eine absichtliche Verweigerung amerikanischer Unterstützung bestritt er.
Während die Diplomatie weiterläuft, dauern die russischen Angriffe an. Nach ukrainischen Behördenangaben wurden am Dienstag mindestens zehn Menschen in Kiew und Umgebung, in der Region Donezk sowie in Dnipro getötet. Eine Waffenruhe oder ein konkreter Durchbruch wurde nach dem Treffen in Oslo nicht bekanntgegeben.
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