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Epstein-Affäre setzt US-Handelsminister Lutnick massiv unter Druck

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Die Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entwickelt sich zunehmend zu einer schweren Belastung für US-Handelsminister Howard Lutnick. Nach einer stundenlangen Anhörung vor dem US-Kongress wächst der politische Druck auf den Minister deutlich – Rücktrittsforderungen werden lauter.

Demokratische Abgeordnete warfen Lutnick vor, die Öffentlichkeit über das Ausmaß seiner Kontakte zu Epstein getäuscht zu haben. Besonders problematisch: Neue Akten legen nahe, dass die Verbindung zwischen beiden deutlich enger und länger andauerte, als Lutnick bislang eingeräumt hatte.

Bei der Anhörung musste der Minister zugeben, Epsteins Privatinsel auf den Karibikinseln noch 2012 besucht zu haben – also Jahre nach dessen Verurteilung wegen Sexualdelikten im Jahr 2008. Lutnick erklärte, er habe dort keinerlei Straftaten beobachtet und bestritt persönliches Fehlverhalten.

Doch genau diese Verteidigung stößt im Kongress auf massive Zweifel.

Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna warf Lutnick vor, frühere Aussagen im Nachhinein umzudeuten. Es sei „nicht glaubwürdig“, wenn der Minister nun erkläre, er habe lediglich keine privaten Treffen allein mit Epstein mehr gewollt, gemeinsame Aufenthalte mit Familie jedoch für akzeptabel gehalten.

Auch die Demokratin Yassamin Ansari sprach von einer schwerwiegenden Täuschung der Öffentlichkeit. Lutnick habe versucht, seine Nähe zu Epstein herunterzuspielen, obwohl dessen Verurteilung längst bekannt gewesen sei.

Besonders brisant: Selbst der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer räumte ein, Lutnick sei „nicht hundertprozentig ehrlich“ gewesen, was seine Aufenthalte auf Epsteins Insel betreffe.

Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf strafrechtliches Fehlverhalten des Ministers. Politisch jedoch wird die Lage zunehmend unhaltbar.

Denn wer ein Regierungsamt auf höchster Ebene bekleidet, muss nicht nur juristische Grenzen einhalten, sondern auch moralische Glaubwürdigkeit besitzen. Genau diese Glaubwürdigkeit ist bei Howard Lutnick inzwischen schwer beschädigt.

Dass ein amtierender Minister Jahre nach einer Verurteilung weiterhin Kontakt zu Jeffrey Epstein pflegte und dies anschließend nur scheibchenweise einräumte, wirft erhebliche Fragen über Urteilsvermögen und Transparenz auf.

Die Vereinigten Staaten erleben seit Jahren eine politische Debatte über Machtmissbrauch, Eliten-Netzwerke und Verantwortung. Gerade deshalb wäre ein klarer Schritt jetzt notwendig.

Howard Lutnick täte gut daran, die Konsequenzen zu ziehen und sein Amt zur Verfügung zu stellen. Nicht weil ihm bislang eine Straftat nachgewiesen wurde – sondern weil Vertrauen in politische Verantwortung mehr verlangt als bloße juristische Entlastung.

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