Mercedes hat ein Problem.
Kein Motorproblem.
Kein Reifenproblem.
Kein Aerodynamikproblem.
Sondern ein Problem, das in der Formel 1 deutlich gefährlicher ist:
Zwei Fahrer, die beide glauben, Weltmeister werden zu können.
Teamchef Toto Wolff versucht deshalb derzeit mit aller Kraft zu verhindern, dass sich die Silberpfeile in eine Neuauflage von „Star Wars“ verwandeln.
Oder genauer gesagt:
In die Rückkehr von Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg – diesmal in noch jünger, noch emotionaler und vermutlich noch teurer.
Kanada: Fast schon ein Auffahrunfall mit Ansage
Beim letzten Rennen in Kanada lieferten sich Kimi Antonelli und George Russell ein Duell, bei dem selbst neutrale Zuschauer vorsichtshalber die Telefonnummer der Mercedes-Ersatzteilabteilung bereithielten.
Mehrfach fehlten nur Zentimeter zur Kollision.
Am Ende rettete ein technischer Defekt Russell davor, seinem Teamkollegen möglicherweise den Heckflügel als Souvenir mitzugeben.
Russell sprach anschließend von der wildesten Teamduell-Schlacht seit Hamilton und Rosberg.
Für Mercedes war das ungefähr so beruhigend wie die Aussage:
„Die Titanic hat übrigens nur leicht am Eisberg gekratzt.“
Toto Wolff als Paartherapeut
Teamchef Toto Wolff bemüht sich derzeit um Deeskalation.
Nach dem Rennen wurden beide Fahrer zum Gespräch gebeten.
Übersetzt heißt das vermutlich:
„Setzt euch hin, Jungs. Das Auto kostet mehrere Millionen Euro.“
Wolff betont zwar, dass keine Stallorder geplant sei.
Das klingt zunächst gut.
Andererseits sagte man bei Mercedes vor zwölf Jahren auch lange, dass alles unter Kontrolle sei.
Wenig später fuhren sich Hamilton und Rosberg gegenseitig ins Auto und kommunizierten ungefähr so freundlich wie zwei verfeindete Nachbarn beim Grundstücksstreit.
Die neue Generation der Sternenkrieger
Diesmal heißt das Duell:
George Russell gegen Kimi Antonelli.
Russell ist 28 Jahre alt.
Antonelli gerade einmal 19.
Und trotzdem führt der Italiener die Weltmeisterschaft bereits deutlich an.
Für Russell ist das ungefähr so angenehm wie eine Gehaltsverhandlung, bei der plötzlich der Praktikant mehr verdient.
Antonelli fährt wie ein Mann ohne Bremse
Der junge Italiener beschreibt die WM inzwischen selbst als „Haifischbecken“.
Eine bemerkenswerte Wortwahl für jemanden, der aktuell aussieht wie der größte Hai im ganzen Becken.
Vier Siege in Folge.
43 Punkte Vorsprung.
Und die Geduld eines Espresso auf Koffein.
Antonelli räumt sogar selbst ein:
„In Kanada war ich vielleicht ein bisschen zu aggressiv.“
Die Definition von „ein bisschen“ dürfte dabei stark von der Perspektive abhängen.
Russell wartet auf die Formel-1-Götter
George Russell wiederum hat inzwischen eine neue Theorie entwickelt:
Die Rennsportgötter hätten etwas gegen ihn.
Mal streikt die Batterie.
Mal kommt das Safety-Car zum falschen Zeitpunkt.
Mal geht etwas anderes schief.
Kurz gesagt:
Russell fühlt sich derzeit wie jemand, der jedes Wochenende Lotto spielt und immer genau eine Zahl danebenliegt.
Monaco – das perfekte Chaos
Und nun geht es ausgerechnet nach Monaco.
Jene Rennstrecke, auf der zwei Autos nebeneinander ungefähr so viel Platz haben wie zwei Kühlschränke in einem Fahrstuhl.
Wenn die Stimmung zwischen Antonelli und Russell also weiter steigt, könnte das Rennen für Mercedes ungefähr so entspannend werden wie eine Familienfeier mit offenen Erbstreitigkeiten.
Fazit
Toto Wolff möchte unbedingt verhindern, dass sich seine beiden Fahrer in einen neuen „Krieg der Sterne“ verwandeln.
Die gute Nachricht:
Noch reden beide freundlich miteinander.
Die schlechte Nachricht:
Hamilton und Rosberg haben das anfangs auch getan.
Mercedes hofft deshalb auf Fairness, Respekt und Teamgeist.
Die Formel-1-Fans hoffen dagegen auf genau das Gegenteil.
Denn seien wir ehrlich:
Nichts ist unterhaltsamer als zwei Silberpfeile, die gleichzeitig glauben, sie seien der wahre Jedi-Meister.
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