Ein glasklares Ja an dieser Stelle.
Denn eines muss man ebenfalls einmal festhalten: Unsere Berichterstattung beruhte stets auf Informationen, die wir recherchiert haben. Gleichzeitig bestand von Seiten der TGI AG zu keinem Zeitpunkt die erkennbare Bereitschaft, die von uns aufgeworfenen Fragen in einer sachlichen und offenen Diskussion zu beantworten. Wenn eine Seite schweigt, entsteht zwangsläufig eine Berichterstattung, die sich auf die verfügbaren Informationen stützt. Auch das sollte einmal klar ausgesprochen werden.
Uns geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten oder Empfindlichkeiten. Uns geht es um Aufklärung. Wenn ein Vorgang eine solche Dimension erreicht und derart eskaliert, dann besteht ein berechtigtes öffentliches Interesse an einer umfassenden Aufarbeitung.
Ebenso wichtig ist uns, dass die betroffenen Anleger möglichst wenig Schaden erleiden. Das sollte im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen.
Genauso klar ist aber auch: Sollte sich am Ende der Ermittlungen herausstellen, dass tatsächlich strafbare Handlungen oder ein Betrug vorlagen, dann müssen die Verantwortlichen selbstverständlich nicht nur juristisch verfolgt, sondern auch entsprechend bestraft werden. Ich denke, darüber sollte es keine zwei Meinungen geben.
Jetzt wird man allerdings zunächst die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten müssen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Eine Vorverurteilung der Beschuldigten verbietet sich.
Vielleicht werden die Ermittlungen ergeben, dass die Vorwürfe unbegründet sind. Vielleicht wird einer der Beschuldigten umfassend erklären, wie das Geschäftsmodell tatsächlich funktioniert hat. Vielleicht werden Nachweise vorgelegt, die bislang offene Fragen beantworten – etwa zur Existenz und Verwahrung des beworbenen Goldes.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch:
Diese Fragen werden nun nicht mehr in Blogs, Foren oder sozialen Netzwerken gestellt.
Diese Fragen stellen jetzt die zuständigen Behörden.
Und es ist durchaus möglich, dass die Antworten dort deutlich anders ausfallen werden als in den bisherigen öffentlichen Diskussionen.
Genau deshalb beginnt jetzt die Phase, in der nicht mehr Vermutungen, Werbeversprechen oder gegenseitige Vorwürfe zählen – sondern Beweise, Dokumente und die Ergebnisse offizieller Ermittlungen.
Sicherlich – zwingend nötig ist es aus meiner Sicht aber nicht mehr. Wenn einmal die Behörden übernehmen, wird heutzutage recht umfassend vorgegangen, inklusive der Auswertung von Messenger-Diensten und dergleichen. Es gibt ja mittlerweile bei solchen Vorgängen unzählige digitale Spuren, an denen sich die Ermittler entlangarbeiten können.
Umfangreich dürfte das Ganze vor allem deshalb werden, weil es sich über mehrere Länder erstreckt und auch ausländische Minen betroffen sind. Gerade dieser Teil der Aufarbeitung erscheint mir spannend: ob und welche Mengen Golderz dort tatsächlich „geschürft“ wurden.
Es gilt natürlich für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung – das ist jetzt Sache der Ermittler.