Früher kaufte man einen Kühlschrank von Bosch, Siemens oder Miele.
Heute steht im Elektromarkt oft einfach nur noch ein Gerät mit einem Namen drauf, den noch nie jemand gehört hat.
Und erstaunlicherweise funktioniert das Ding trotzdem.
Genau dieses Gefühl hatten viele Fußballfans jetzt bei der Vorstellung des neuen Leverkusen-Trainers:
Carles Martinez Novell.
Wer?
Eben.
Der neue Mann aus der Kategorie „Kann alles sein“
Bayer Leverkusen hat sich von Kasper Hjulmand getrennt und einen Trainer verpflichtet, bei dessen Vorstellung vermutlich selbst einige Bundesliga-Experten heimlich Google geöffnet haben.
Carles Martinez Novell kommt aus Toulouse, ist 42 Jahre alt und soll Bayer zurück nach oben führen.
Auf den ersten Blick wirkt das ein wenig wie der Kauf eines Fernsehers der Marke „UltraVision MegaPro 7000“.
Man kennt die Marke nicht.
Man weiß nicht, ob sie gut ist.
Aber der Verkäufer versichert:
„Vertrauen Sie mir, das ist ein Geheimtipp!“
Die Bundesliga liebt Überraschungspakete
Fairerweise muss man sagen:
Der deutsche Fußball hat mit unbekannten Trainern schon erstaunliche Erfahrungen gemacht.
Jürgen Klopp war einst nicht weltberühmt.
Julian Nagelsmann auch nicht.
Und Xabi Alonso kannte als Trainer ebenfalls kaum jemand, bevor er Leverkusen beinahe zum Fußball-Messias machte.
Deshalb sollte man vorsichtig sein.
Vielleicht steckt hinter dem Namen Martinez Novell tatsächlich ein zukünftiger Welttrainer.
Vielleicht auch nicht.
Hjulmand – gekommen, gesehen, gegangen
Für Kasper Hjulmand endet das Abenteuer Leverkusen dagegen schneller als gedacht.
Dabei hatte er noch einen gültigen Vertrag.
Doch Platz sechs und die Europa League waren offenbar nicht das, was man sich unterm Bayer-Kreuz vorgestellt hatte.
In Leverkusen scheint inzwischen eine gewisse Ungeduld eingezogen zu sein.
Was vielleicht auch daran liegt, dass Xabi Alonso die Erwartungen zuvor auf ungefähr Mondniveau geschraubt hatte.
Die Trainerrotation läuft weiter
Die Chronologie liest sich inzwischen fast wie ein Trainer-Karussell mit Turbolader:
- Erik ten Hag kommt.
- Erik ten Hag geht.
- Kasper Hjulmand kommt.
- Kasper Hjulmand geht.
- Carles Martinez Novell kommt.
Falls das so weitergeht, könnte Bayer demnächst eine eigene Bonuskarte einführen:
„Nach fünf Trainern erhalten Sie den sechsten gratis.“
Weiße Ware hat oft Qualität
Und genau hier kommt die Analogie zur weißen Ware ins Spiel.
Denn jeder kennt das:
Man kauft irgendeinen Kühlschrank ohne große Marke.
Der Nachbar lacht.
Die Freunde schütteln den Kopf.
Und zehn Jahre später läuft das Ding immer noch zuverlässig.
Während die teure Premium-Marke bereits dreimal repariert wurde.
Vielleicht hat Leverkusen genau so einen Trainer gefunden.
Kein großes Etikett.
Kein schillernder Name.
Keine riesige Vita.
Aber möglicherweise jede Menge Qualität.
Fazit
Carles Martinez Novell ist aktuell vielleicht nicht der Trainer, den ganz Fußball-Deutschland kennt.
Aber das muss nichts heißen.
Denn manchmal steckt hinter den unbekannten Namen die größte Überraschung.
Und manchmal eben nicht.
Leverkusen hat jedenfalls wieder einmal den Mut bewiesen, einen Trainer zu verpflichten, bei dem viele Fans zunächst fragen:
„Ist das ein Coach oder ein neuer Kaffeevollautomat?“
Die Antwort wird die kommende Saison liefern.
Bis dahin gilt:
Weiße Ware muss nicht glamourös sein – Hauptsache, sie funktioniert.
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