International verschärft sich vor allem die Lage im Nahen Osten.
Iran kündigte in der Nacht Pläne für eine neue maritime „Ausschlusszone“ im Persischen Golf an. Gleichzeitig präsentierte Teheran mit der Qassem-Basir-Rakete ein weiterentwickeltes ballistisches Raketensystem und drohte erneut mit Angriffen auf amerikanische Kriegsschiffe.
Die iranische Führung behauptet, die neue Rakete sei besser gegen Raketenabwehr und elektronische Gegenmaßnahmen geschützt. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden militärischen Konflikts mit den USA und der zunehmenden Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus.
Auch im Libanon hat sich die Lage weiter zugespitzt. Bei israelischen Luftangriffen auf das Dorf Kfar Rumman im Süden des Landes wurden nach Angaben der Behörden zwölf Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder. Gleichzeitig dauern die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah an.
Auf See gibt es ebenfalls neue Opfer. Nach einem Angriff auf einen saudischen Tanker in der Nähe der Straße von Hormus konnten nach Angaben Omans 16 Besatzungsmitglieder gerettet werden. Sieben weitere Menschen wurden zunächst vermisst. Sollte sich die Zahl der Opfer bestätigen, könnte es sich um einen der schwersten Angriffe auf ein Handelsschiff seit Beginn des aktuellen Iran-USA-Konflikts handeln.
Im Ukraine-Krieg gibt es dagegen zumindest vorsichtige diplomatische Bewegung.
Der Kreml erklärte, eine Wiederaufnahme trilateraler Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten werde nicht ausgeschlossen. Hintergrund sind Vermittlungsreisen der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Moskau und Kyiv.
Konkrete Termine oder ein Verhandlungsort stehen allerdings noch nicht fest. Auch ein erneutes Telefongespräch zwischen Wladimir Putin und Donald Trump ist nach Angaben des Kremls möglich.
Auch die britische Regierung versucht, die diplomatischen Bemühungen zu verstärken. Der britische Premierminister Andy Burnham und US-Präsident Trump vereinbarten nach Angaben aus London, gemeinsam weiter auf einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine hinzuarbeiten.
Für neue politische Unruhe sorgt unterdessen Serbien.
Die Regierung in Belgrad hat die Auflösung des Parlaments vorgeschlagen und damit den Weg für eine vorgezogene Parlamentswahl freigemacht. Als möglicher Wahltermin wird der 25. Oktober genannt.
Die Abstimmung könnte zu einer entscheidenden Bewährungsprobe für Präsident Aleksandar Vučić werden, dessen Regierung seit Monaten mit Protesten, Korruptionsvorwürfen und wachsendem gesellschaftlichem Widerstand konfrontiert ist.
Gleichzeitig sorgt die Beerdigung des verurteilten bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladić für neue Spannungen zwischen Serbien und der Europäischen Union.
Tausende Menschen nahmen an seiner Beisetzung teil. Mladić wurde von Teilen der serbischen Öffentlichkeit wie ein Nationalheld geehrt, obwohl er wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.
Die EU verurteilte die Verherrlichung Mladićs scharf und warnte, dass die Glorifizierung von Kriegsverbrechern mit europäischen Werten unvereinbar sei.
An den Weltmärkten schlägt insbesondere der Konflikt mit Iran durch. Brent-Öl bewegt sich inzwischen um 97 Dollar je Barrel. Die steigenden Energiepreise erhöhen weltweit den Inflationsdruck und verstärken die Erwartungen, dass EZB, US-Notenbank und möglicherweise auch die Bank of Japan ihre Geldpolitik weiter straffen könnten.
Damit konzentriert sich die internationale Lage in diesen Stunden auf drei große Konfliktlinien: eine zunehmende militärische Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormus, neue diplomatische Versuche im Ukraine-Krieg und wachsende politische Spannungen auf dem Balkan.
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