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Venedig-Biennale 2026: Kunst, Klima, Klebereste – und kollektive Schnappatmung

africa12 (CC0), Pixabay
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Eigentlich sollte die Kunstbiennale in Venedig feierlich eröffnet werden. Stattdessen eröffnete sich vor allem eines: der internationale Wettbewerb im moralischen Dauerempörtsein.

Die 61. Biennale steht inzwischen weniger für Kunst als für geopolitisches Gruppentherapie-Theater mit Aperol Spritz.

Kunst? Ja, irgendwo hinten links

27 Länderpavillons blieben am Freitag geschlossen, um gegen Israels Teilnahme zu protestieren. Andere protestierten gegen Russland. Wieder andere protestierten vermutlich vorsorglich gegen irgendetwas, um nicht aus dem Biennale-Zeitgeist zu fallen.

Die feierliche Eröffnung wurde gleich ganz abgesagt.
Warum?
Weil man in Venedig inzwischen offenbar glaubt, dass Performancekunst erst dann authentisch ist, wenn niemand mehr weiß, ob das Chaos Teil der Ausstellung ist.

Österreich flutet einfach den Pavillon

Besonders spektakulär:
Der österreichische Beitrag von Florentina Holzinger.

Dafür wurde der berühmte Pavillon kurzerhand geflutet.
Kunstkritiker nennen das:
„eine radikale Auseinandersetzung mit Ökokollaps und Körperlichkeit“.

Normale Besucher nennen es:
„Wasserschaden mit Fördergeld“.

Drei Stunden warteten Menschen, um sich anzusehen, wie halb nackte Performerinnen durch eine überlaufene Kunstinstallation turnen, während vermutlich irgendwo jemand „Dekonstruktion patriarchaler Strukturen“ murmelt.

Deutschland bringt den Plattenbau nach Venedig

Auch Deutschland enttäuschte nicht:
Der deutsche Pavillon wurde in einen DDR-Plattenbau verwandelt.

Denn nichts schreit lauter „internationale Avantgarde“ als vergilbte Schrankwände, Ostalgie und Möbel, die aussehen wie ein Konkursverkauf von 1993.

Dazu gab es Vertikaltanz, historische Schuldaufarbeitung und sehr viele Menschen mit ernstem Gesichtsausdruck.

Die eigentliche Hauptausstellung: Haltung

Am Ende bleibt der Eindruck:
Die Biennale zeigt 2026 vor allem eins:
Wer moralisch korrekt empört ist, bekommt den besten Platz im Kunstbetrieb.

Die Kunst selbst?
Muss sich irgendwo zwischen Protestbanner, Performance-Nacktheit und geopolitischer Dauerkrise ihren Weg suchen.

Oder wie Cicero auf der Glocke im Österreich-Pavillon angeblich klagte:
„O tempora, o mores.“

Heute würde er vermutlich sagen:
„Kann bitte irgendwer einfach mal ein Bild malen?“

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