Die US-Wirtschaft hat im April deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Nach Angaben des amerikanischen Arbeitsministeriums entstanden 115.000 neue Jobs. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit rund 65.000 neuen Stellen gerechnet.
Die Arbeitslosenquote blieb gleichzeitig stabil bei 4,3 Prozent und entsprach damit den Erwartungen der Ökonomen.
Überraschend starke Zahlen
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten gelten als positives Signal für die amerikanische Wirtschaft, die zuletzt zunehmend unter Druck geraten war. Besonders der Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise und die Sorge vor neuer Inflation hatten die Unsicherheit an den Märkten erhöht.
Im März waren nach revidierten Zahlen noch 185.000 neue Stellen geschaffen worden. Der Rückgang im April gilt dennoch als moderat und besser als befürchtet.
Bemerkenswert ist vor allem, dass die USA erstmals seit über einem Jahr zwei Monate in Folge solide Beschäftigungszuwächse verzeichnen konnten.
Hohe Benzinpreise bleiben Risiko
Trotz der robusten Zahlen warnen Ökonomen vor möglichen Belastungen in den kommenden Monaten. Der Krieg mit Iran und die Spannungen rund um die Straße von Hormus treiben die Energiepreise weltweit nach oben.
Sollten die Benzinpreise dauerhaft hoch bleiben, könnte dies den privaten Konsum in den USA deutlich belasten. Gleichzeitig steigen dadurch die Kosten für Unternehmen sowie die Preise vieler Waren und Dienstleistungen.
Löhne steigen – Inflation allerdings ebenfalls
Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im April um 0,2 Prozent. Auf Jahressicht ergibt sich damit ein Lohnplus von 3,6 Prozent.
Allerdings könnte dieser Effekt schnell wieder aufgezehrt werden. Experten erwarten, dass die Inflationsrate in den USA im April auf 3,9 Prozent ansteigt – nach 3,3 Prozent im März.
Damit droht vielen Amerikanern erneut ein Verlust an Kaufkraft.
Börsen reagieren erleichtert
An den Finanzmärkten wurden die Arbeitsmarktdaten zunächst positiv aufgenommen. Die Futures auf den Dow Jones legten um rund 230 Punkte zu. Auch der S&P 500 sowie der Nasdaq zeigten deutliche Gewinne im vorbörslichen Handel.
Die Zahlen geben der US-Notenbank zunächst etwas Spielraum. Gleichzeitig dürfte die Federal Reserve die weitere Entwicklung bei Inflation und Energiepreisen genau beobachten.
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