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Pentagon kappt Zugang zu Wetterdaten – Experten warnen vor fatalen Folgen für Hurrikanforschung

geralt (CC0), Pixabay
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Kurz vor der Hochsaison für Hurrikane hat das US-Verteidigungsministerium beschlossen, die Weitergabe von Wetterdaten seiner speziellen Militärsatelliten an zivile Meteorologen und Forscher dauerhaft einzustellen – eine Entscheidung, die unter Fachleuten für Entsetzen sorgt.

Die Satelliten des Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) liefern bislang einzigartige Mikrowellenbilder durch dichte Wolkendecken hindurch. Diese Informationen sind für die Frühwarnung und Analyse von Hurrikanen unverzichtbar, insbesondere wenn es um deren rasche Intensivierung geht – ein bislang nur schwer vorhersagbares Phänomen.

Datenstopp tritt zum 31. Juli in Kraft

Ursprünglich sollte die Datenübermittlung bereits am 30. Juni enden, wurde aber nach Protesten auf den 31. Juli verschoben, wie die US-Behörde NOAA in einer Mitteilung bekanntgab. Die drei betroffenen Satelliten, zwischen 2003 und 2009 gestartet, überfliegen die Erde alle 101 Minuten in rund 830 Kilometern Höhe. Ihr Einsatz ist laut Navy bis September 2026 geplant, wird nun aber schrittweise eingestellt.

Die U.S. Space Force erklärte, die Systeme seien weiterhin funktionsfähig, aber der Zugriff auf die Daten werde ausschließlich dem Verteidigungsministerium vorbehalten sein. Fragen zum Stopp verwies man an die Navy, die die Umstellung verantwortet.

Experten schlagen Alarm: „Menschen könnten sterben“

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Hurrikanforscher bereits unter Druck stehen. Jill Trepanier, Hurrikan-Klimatologin an der LSU, sagte:

„Die Satellitendaten helfen uns, die Struktur eines Sturms beim Entstehen zu erkennen – eine der größten Wissenslücken derzeit.“

Noch deutlicher wird Meteorologe John Morales in einem NBC-Kommentar:

„Wir sind zurück im Jahr 1999, was die Hurrikanüberwachung betrifft. Nur ist das kein Party-Thema. Menschen könnten sterben.“

Auch der Sturmexperte Michael Lowry betonte, dass die betroffenen Satelliten fast die Hälfte aller Mikrowellenmessungen liefern – ein entscheidender Baustein für genaue Prognosen zu Windgeschwindigkeit, Sturmverlauf und Intensivierung.

Forscher „reeling“ – keine Übergangsstrategie

Besonders besorgniserregend sei laut Trepanier die kurzfristige Ankündigung ohne Notfallpläne:

„Es ist frustrierend, wenn man weiß, dass es eine bessere Möglichkeit gäbe – aber sie wird einem genommen.“

Sturm Flossie als erste Bewährungsprobe?

Aktuell zieht der Tropensturm Flossie an Mexikos Küste entlang und könnte sich innerhalb weniger Tage zum Hurrikan verstärken. Ob sich das Fehlen der Satellitendaten bereits bei diesem Sturm bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten – doch Experten warnen: Die Hurrikansaison 2025 könnte durch den Datenstopp deutlich gefährlicher werden.

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