Die USA stehen vor einer grundlegenden Veränderung beim Bargeldverkehr. Nachdem die Produktion der Ein-Cent-Münze bereits eingestellt wurde, soll nun auch gesetzlich geregelt werden, wie Händler mit fehlenden Pennys umgehen können. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte Common Cents Act, der Barzahlungen auf den jeweils nächsten Fünf-Cent-Betrag runden lassen soll, wenn kein passendes Wechselgeld vorhanden ist.
Die Produktion neuer Pennys wurde bereits 2025 eingestellt. Der wichtigste Grund dafür waren die inzwischen deutlich höheren Herstellungskosten. Nach Angaben des US-Finanzministeriums kostete die Produktion eines einzelnen Pennys zuletzt rund 3,69 Cent und damit deutlich mehr als der Nennwert der Münze. Die US-Mint erwartet durch den Produktionsstopp erhebliche jährliche Einsparungen.
Pennys bleiben weiterhin gültiges Zahlungsmittel
Wer noch Pennys besitzt, muss sie allerdings nicht wegwerfen oder gegen andere Münzen eintauschen. Die Ein-Cent-Münze bleibt weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel und behält ihren Nennwert.
Das US-Finanzministerium geht davon aus, dass noch enorme Mengen der Münzen vorhanden sind. Die Federal Reserve soll die bereits existierenden Pennys deshalb weiterhin so lange wie möglich im Zahlungsverkehr halten. Neue Münzen für den normalen Umlauf werden jedoch nicht mehr hergestellt.
Auch die US-Mint bestätigt ausdrücklich, dass vorhandene Pennys weiterhin für Einkäufe verwendet werden können. Für Sammler sollen zudem in begrenzter Stückzahl weiterhin spezielle numismatische Versionen hergestellt werden.
So soll das Runden funktionieren
Das größte praktische Problem entsteht für Händler, sobald ihnen die Ein-Cent-Münzen ausgehen.
Kostet ein Einkauf beispielsweise 9,98 Dollar und bezahlt der Kunde mit einem Zehn-Dollar-Schein, wären eigentlich zwei Cent Wechselgeld notwendig. Sind keine Pennys vorhanden, braucht der Händler eine einheitliche Regel.
Nach dem vorgesehenen System sollen ausschließlich Barzahlungen auf den nächsten durch fünf teilbaren Centbetrag gerundet werden.
Endet die Gesamtsumme auf 1, 2, 6 oder 7 Cent, soll abgerundet werden. Bei Beträgen, die auf 3, 4, 8 oder 9 Cent enden, wird aufgerundet.
Aus 9,98 Dollar würden damit beispielsweise 10 Dollar, während aus 9,97 Dollar 9,95 Dollar würden.
Elektronische Zahlungen, Kreditkarten, Schecks oder andere bargeldlose Zahlungsmethoden wären davon nicht betroffen. Auch das US-Finanzministerium empfiehlt ein entsprechendes symmetrisches Rundungsverfahren für Bargeldtransaktionen.
Verdienen Händler am Aufrunden?
Eine Sorge vieler Verbraucher ist, dass Händler vom Wegfall des Pennys profitieren könnten, indem Preise häufiger nach oben als nach unten gerundet werden.
Mathematisch sollte sich dieser Effekt bei einer großen Zahl von Transaktionen jedoch weitgehend ausgleichen. Bei bestimmten Endbeträgen wird aufgerundet, bei anderen entsprechend abgerundet.
Für Verbraucher bedeutet das, dass einzelne Einkäufe zwar einige Cent teurer oder günstiger werden können. Über eine große Zahl von Transaktionen sollte daraus aber grundsätzlich kein systematischer Vorteil für Händler entstehen.
Warum die Penny-Produktion beendet wurde
Hinter dem Aus für die Münze steht vor allem eine einfache wirtschaftliche Rechnung.
Im Geschäftsjahr 2024 kostete die Herstellung eines Pennys nach Angaben der US-Mint 3,69 Cent. Damit lagen die Produktionskosten bereits seit Jahren deutlich über dem eigentlichen Münzwert.
Hinzu kommt, dass Bargeld im amerikanischen Zahlungsverkehr insgesamt an Bedeutung verloren hat. Kreditkarten, Debitkarten, Smartphones und andere elektronische Bezahlformen machen die Ein-Cent-Münze für viele Transaktionen zunehmend entbehrlich.
Das US-Finanzministerium hält eine weitere Herstellung deshalb nicht mehr für wirtschaftlich sinnvoll.
Auch der Nickel kostet mehr als er wert ist
Interessant ist dabei, dass der Penny nicht die einzige amerikanische Münze ist, deren Herstellung teurer ist als ihr Nennwert.
Noch deutlicher fällt das Verhältnis beim Fünf-Cent-Stück, dem sogenannten Nickel, aus. Nach Angaben der US-Mint kostete seine Herstellung im Geschäftsjahr 2024 rund 13,78 Cent. Damit lagen die Produktionskosten fast dreimal so hoch wie sein Nominalwert.
Ob deshalb irgendwann auch das Fünf-Cent-Stück aus dem regulären Zahlungsverkehr verschwinden könnte, bleibt offen. Der wirtschaftliche Druck ist jedenfalls auch dort vorhanden.
Werden alte Pennys jetzt wertvoll?
Der Produktionsstopp bedeutet nicht automatisch, dass gewöhnliche Pennys plötzlich zu wertvollen Sammlerstücken werden.
Von der Münze sind noch enorme Stückzahlen vorhanden. Die US-Mint und das Finanzministerium gehen deshalb davon aus, dass Pennys noch lange im Umlauf bleiben werden.
Bei gewöhnlichen Münzen dürfte der Sammlerwert deshalb zunächst überschaubar bleiben.
Anders sieht es bei bestimmten seltenen Jahrgängen, Fehlprägungen oder historischen Varianten aus. Solche Münzen können bereits heute deutlich mehr wert sein als ihr ursprünglicher Nennwert.
Für Verbraucher ändert sich zunächst wenig
Der Abschied vom Penny erfolgt damit schrittweise.
Vorhandene Münzen können weiterhin genutzt werden. Händler dürfen sie weiterhin annehmen und, solange sie über genügend Pennys verfügen, auch Cent-genaues Wechselgeld herausgeben.
Erst wenn die Münzen im täglichen Zahlungsverkehr zunehmend fehlen, wird das Runden bei Bargeldzahlungen praktisch wichtiger.
Für Millionen Amerikaner dürfte der Penny damit noch lange sichtbar bleiben. Seine Zeit als regulär neu produzierte Umlaufmünze ist jedoch beendet – und damit verschwindet nach und nach eine der bekanntesten Münzen der Vereinigten Staaten aus dem täglichen Zahlungsverkehr.
Die Kerndaten zum Produktionsstopp, den Herstellungskosten und zur weiteren Gültigkeit des Pennys werden vom US-Finanzministerium und der US-Mint bestätigt. U.S. Department of the Treasury
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