Die Spannungen im Nahen Osten haben sich erneut deutlich verschärft. Nach amerikanischen Angriffen auf iranische Militärstellungen kam es in der Nacht zu einem direkten Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran. Gleichzeitig geraten mögliche Friedensverhandlungen zunehmend ins Stocken.
Nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM feuerte der Iran mehrere ballistische Raketen und Drohnen in Richtung Kuwait, Bahrain und die strategisch wichtige Straße von Hormus ab. Die meisten Geschosse konnten abgefangen werden. Die USA reagierten ihrerseits mit Angriffen auf iranische Radar- und Überwachungsanlagen auf der Insel Qeschm sowie bei Goruk an der iranischen Küste. Washington begründete die Militärschläge mit der Sicherung der internationalen Schifffahrtswege.
Besonders alarmiert zeigen sich die Golfstaaten. Bahrain erklärte, drei iranische Raketen sowie mehrere Drohnen erfolgreich abgewehrt zu haben. Kuwait sprach von „wiederholten und schwerwiegenden Angriffen“ und behielt sich weitere Maßnahmen zur Verteidigung seiner Sicherheit vor. In beiden Ländern wurden in der Nacht Luftalarmsirenen ausgelöst und die Bevölkerung aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.
Parallel dazu verschlechtert sich die Lage im Libanon weiter. Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Landes wurden mehrere Soldaten der libanesischen Armee getötet, darunter ein Brigadegeneral. Die israelische Armee erklärte, das Fahrzeug sei aufgrund verdächtiger Aktivitäten in einem Gebiet angegriffen worden, in dem Hinweise auf Operationen der Hisbollah vorgelegen hätten. Allein am Freitag wurden laut libanesischen Angaben mehr als 20 Menschen bei israelischen Angriffen getötet.
Während militärisch die Eskalation zunimmt, kommen die diplomatischen Bemühungen kaum voran. Mohsen Rezaei, Berater des iranischen Religionsführers Ajatollah Mojtaba Khamenei, erklärte in einem Interview mit CNN, die Verhandlungen mit den USA befänden sich in einer Sackgasse. Voraussetzung für einen Fortschritt sei die Freigabe von insgesamt 24 Milliarden US-Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Zwölf Milliarden Dollar sollen nach iranischen Vorstellungen unmittelbar nach einem Zwischenabkommen freigegeben werden, weitere zwölf Milliarden zu einem späteren Zeitpunkt.
Rezaei warnte zugleich vor einer Ausweitung des Konflikts. Sollte Washington seine Angriffe fortsetzen, könne sich der Krieg weit über den Persischen Golf hinaus ausdehnen. Genannt wurden mögliche Schauplätze vom Indischen Ozean über das Rote Meer bis hin zum Mittelmeerraum. Gleichzeitig schloss Rezaei ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Religionsführer aus. Die Voraussetzungen für einen solchen Schritt seien derzeit nicht gegeben.
Damit stehen die Zeichen in der Region weiterhin auf Konfrontation. Während beide Seiten militärische Stärke demonstrieren, rückt eine politische Lösung des Konflikts vorerst in weite Ferne.
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