Startseite Allgemeines Trotz Krieg: Irans Nationalmannschaft erhält Visa für die Fußball-WM in den USA
Allgemeines

Trotz Krieg: Irans Nationalmannschaft erhält Visa für die Fußball-WM in den USA

AnnRos (CC0), Pixabay
Teilen

Wenige Tage vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 haben die USA der iranischen Nationalmannschaft die Einreisegenehmigung erteilt. Wie amerikanische Behörden bestätigten, wurden die notwendigen Visa für Spieler und erforderliche Betreuer ausgestellt.

Damit kann die iranische Auswahl wie geplant an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Das erste Gruppenspiel gegen Neuseeland ist für den 15. Juni in Los Angeles angesetzt.

Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund eines außergewöhnlichen politischen Spannungsverhältnisses. Erstmals in der Geschichte einer Fußball-Weltmeisterschaft empfängt ein Gastgeberland die Mannschaft eines Staates, mit dem es sich gleichzeitig in einem militärischen Konflikt befindet.

Die US-Regierung betonte, dass die Visa ausschließlich für die Teilnahme am Turnier erteilt worden seien. Gleichzeitig machten amerikanische Vertreter deutlich, dass man verhindern werde, das Einreiseverfahren für andere Zwecke zu missbrauchen. Insbesondere werde sorgfältig geprüft, wer Teil der offiziellen Delegation sei.

Zuletzt hatte es erhebliche Unsicherheiten über die Einreise der iranischen Mannschaft gegeben. Bereits Ende Mai verlegte der iranische Fußballverband sein Trainingslager von Arizona nach Mexiko. Verbandspräsident Mehdi Taj begründete diesen Schritt damals mit Problemen bei der Visaerteilung.

Noch in dieser Woche berichteten iranische Medien, dass mehrere Mitglieder des technischen und administrativen Betreuerstabs weiterhin auf ihre Einreisegenehmigungen warteten.

Für zusätzliche politische Brisanz sorgten Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio. Dieser hatte vor dem amerikanischen Kongress erklärt, dass Personen mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden keine Einreisegenehmigung erhalten würden. Die Revolutionsgarden gelten als eine der mächtigsten militärischen Organisationen des Landes und stehen im Mittelpunkt zahlreicher internationaler Sanktionen.

Die Situation ist insofern kompliziert, als mehrere iranische Nationalspieler ihren verpflichtenden Militärdienst bei Einheiten der Revolutionsgarden absolviert haben. Ob dies Auswirkungen auf einzelne Einreiseentscheidungen hatte, wurde bislang nicht bekannt.

Für die FIFA und die Organisatoren bedeutet die Visaerteilung zunächst eine Entspannung. Sportlich steht damit einer Teilnahme Irans an der Weltmeisterschaft nichts mehr im Wege. Politisch bleibt die Konstellation jedoch außergewöhnlich: Während auf dem Rasen um Punkte gespielt wird, stehen sich die Regierungen beider Länder außerhalb des Stadions weiterhin als Gegner gegenüber.

Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni und wird erstmals gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Aus Alt mach Neu – oder wie man nach einer Insolvenz wieder Renditeträume verkauft

Man muss den Verantwortlichen eines lassen: Optimismus haben sie. Während andere Unternehmen...

Allgemeines

Kommentar eines Arminia-Bielefeld-Fans: Hoffnung sieht anders aus

Ganz ehrlich: Ich verstehe diese Trainerentscheidung nicht. Arminia Bielefeld hat gerade den...

Allgemeines

Der Souverän entscheidet – nicht Journalisten, Parteien oder politische Kommentatoren

Am Sonntag wird in Aue-Bad Schlema gewählt. Und wie so oft vor...

Allgemeines

Leipzig eröffnet den Stadthafen – Nordsee-Anschluss nur noch eine Vision entfernt

Leipzig hat es wieder einmal geschafft. Nach Jahren des Planens, Diskutierens, Fördermittel-Suchens...