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Analyst Philipp Nerb sieht bei TGI AG erhebliche Transparenzdefizite

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Der österreichische Analyst Philipp Nerb hat das Goldkaufprogramm der liechtensteinischen TGI AG einer umfangreichen Untersuchung unterzogen. Sein Fazit fällt differenziert aus: Während er die grundsätzliche Idee eines goldbasierten Vermögensaufbaus positiv bewertet, sieht er gleichzeitig erhebliche Defizite bei Transparenz, Nachweisführung und Nachvollziehbarkeit des Geschäftsmodells. Am Ende vergibt Nerb lediglich die Bewertung „bedingt empfehlenswert“ (Note 3-).

Im Mittelpunkt des Modells steht der Erwerb von physischem Gold über die TGI AG. Kunden sollen ihr Gold erst nach einer Wartezeit von 36 Monaten erhalten, bekommen dafür aber monatliche Rabatte beziehungsweise Auszahlungen von bis zu vier Prozent ihrer Kaufsumme. Nach Angaben der TGI fließt das Kundengeld in die Goldförderung in Guyana und die anschließende Veredelung des Rohgoldes.

Nerb erkennt durchaus positive Aspekte. Gold sei ein international akzeptierter Sachwert und könne insbesondere in Zeiten hoher Inflation oder Währungsunsicherheit einen wichtigen Beitrag zum Werterhalt leisten. Auch die Idee, durch eigene Goldförderung zusätzliche Margen zu erzielen, hält er grundsätzlich für nachvollziehbar.

Seine Kritik konzentriert sich jedoch auf die fehlenden Nachweise. So bemängelt Nerb, dass ihm trotz umfangreicher Werbeaussagen keine belastbaren Gutachten zur tatsächlichen Größe und Wirtschaftlichkeit der Goldvorkommen vorgelegt wurden. Zwar verweist die TGI regelmäßig auf ein angebliches Förderpotenzial in Milliardenhöhe, entsprechende unabhängige Expertisen seien jedoch nicht öffentlich verfügbar gewesen.

Besonders kritisch bewertet der Analyst die Verflechtungen zwischen der TGI AG, der Aulicio Mining Inc. in Guyana sowie der Goldcrest Refinery Ltd. in Ghana. Die wirtschaftlichen und personellen Beziehungen zwischen den beteiligten Unternehmen seien für Außenstehende nicht nachvollziehbar. Auch die Bonität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Partnergesellschaften habe er nicht überprüfen können.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kommunikation des Unternehmens. Nerb berichtet, dass Fragen im Rahmen seiner Analyse nicht beantwortet worden seien und stattdessen mit rechtlichen Schritten gegen die Veröffentlichung seiner Untersuchung gedroht worden sei. Ein solches Verhalten wertet er ausdrücklich als negatives Signal. Seriöse Unternehmen würden sich üblicherweise einer kritischen Prüfung stellen und Transparenz schaffen.

Zudem verweist der Analyst auf ein von der TGI genutztes Plausibilitätsgutachten aus dem Jahr 2023. Dieses habe nach seiner Auffassung nur eingeschränkten Aussagewert, da wesentliche Bereiche – insbesondere die Partnerunternehmen und deren wirtschaftliche Verflechtungen – nicht Gegenstand der Prüfung gewesen seien.

Auch das zentrale Sicherheitsversprechen der TGI sieht Nerb kritisch. Kunden würden ihr Gold beziehungsweise ihr Kapital über mehrere Jahre den beteiligten Unternehmen anvertrauen. Gerade deshalb seien belastbare Nachweise über Sicherheiten, Eigentumsverhältnisse und Lagerung unerlässlich. Diese Informationen seien aus seiner Sicht jedoch nicht ausreichend vorhanden.

In seinem abschließenden Fazit bringt Nerb seine Bedenken deutlich auf den Punkt. Er beschreibt die TGI AG als intransparent und erklärt ausdrücklich, dass ihm sämtliche Nachweise für die vielfach beworbenen Sicherheiten fehlen würden. Für eine positive Vertrauensbasis seien die vorliegenden Informationen nicht ausreichend. Das Angebot könne nur dann attraktiv sein, wenn die fehlenden Nachweise künftig erbracht würden. Bis dahin bleibt für ihn lediglich das Urteil „bedingt empfehlenswert“.

TGI_AG_-_Goldkaufprogramm_

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