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Aus Alt mach Neu – oder wie man nach einer Insolvenz wieder Renditeträume verkauft

GiselaFotografie (CC0), Pixabay
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Man muss den Verantwortlichen eines lassen: Optimismus haben sie.

Während andere Unternehmen nach einer Insolvenz vielleicht zunächst Vertrauen zurückgewinnen, Transparenz schaffen und kritische Fragen beantworten würden, präsentiert man lieber gleich wieder die nächste Hochglanzbroschüre mit Renditeversprechen von bis zu 10,54 Prozent pro Jahr.

Diesmal soll alles anders sein. Wirklich. Ganz bestimmt.

Denn die Bäume stehen jetzt angeblich nicht mehr in Costa Rica, Kolumbien oder Ecuador, sondern plötzlich im EU-Raum. Allein diese geografische Wanderung der Plantagen verdient bereits einen Innovationspreis.

Die Werbeaussagen lesen sich jedenfalls wie aus einem Anleger-Märchenbuch:

  • Bis zu 10,54 Prozent Rendite pro Jahr.
  • Flexible Laufzeiten.
  • Versicherung gegen Feuer und Naturkatastrophen.
  • Staatliche Kontrolle.
  • CO₂-Ausgleich für das gute Gewissen.
  • Steuerfreie Rückzahlung des Ernteerlöses.

Kurz gesagt: Hohe Rendite, geringe Risiken, Nachhaltigkeit und Klimaschutz in einem Paket. Fehlt eigentlich nur noch die Garantie auf Sonnenschein und Rückenwind.

Besonders interessant ist die Erklärung, wie die Rendite entsteht. Die Bäume wachsen. Dadurch entsteht mehr Holz. Mehr Holz bedeutet mehr Geld.

So einfach kann die Finanzwelt sein.

Banken, Investmenthäuser und Vermögensverwalter dürften sich angesichts dieser bahnbrechenden Erkenntnis fragen, warum sie sich jahrzehntelang mit komplizierten Geschäftsmodellen beschäftigt haben.

Natürlich wird auch auf Versicherungen verwiesen. Gegen Feuer. Gegen Naturkatastrophen. Gegen allerlei Unheil.

Was dabei regelmäßig offen bleibt, ist die entscheidende Frage: Wer ist Versicherungsnehmer? Welche Risiken sind tatsächlich versichert? Welche Ausschlüsse gelten? Und welche Ansprüche haben Anleger im Schadensfall überhaupt?

Genau diese Fragen sollten Anleger stellen, bevor auch nur ein einziger Euro investiert wird.

Ebenso interessant wäre eine unabhängige Überprüfung der tatsächlichen Plantagenstandorte, der Eigentumsverhältnisse, der Holzbestände und der wirtschaftlichen Kalkulationen hinter den versprochenen Renditen.

Denn eines hat die Vergangenheit gezeigt: Hochglanzprospekte wachsen oft schneller als Paulownia-Bäume.

Besonders bemerkenswert erscheint jedoch ein anderer Punkt.

Es ist geradezu eine Unverschämtheit, dass ein Unternehmen beziehungsweise ein Unternehmensumfeld, das erst vor kurzer Zeit eine Insolvenz hinter sich gebracht hat, nun erneut versucht, Kapital von Anlegern einzusammeln, ohne dass sämtliche offenen Fragen aus der Vergangenheit vollständig aufgearbeitet erscheinen.

Die vorliegenden Informationen werden wir daher dem zuständigen Konkursgericht in der Schweiz sowie den zuständigen Strafverfolgungsbehörden zur Kenntnis bringen. Ebenso halten wir es für angezeigt, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über die aktuellen Aktivitäten und Werbeaussagen zu informieren, damit geprüft werden kann, ob sämtliche aufsichtsrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

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