Ganz ehrlich: Ich verstehe diese Trainerentscheidung nicht.
Arminia Bielefeld hat gerade den Aufstieg geschafft und steht vor einer extrem wichtigen Zweitliga-Saison. Das erste Ziel muss doch sein, den Klassenerhalt möglichst frühzeitig zu sichern. Und wenn das gelingt, kann man anschließend schauen, ob vielleicht sogar mehr möglich ist.
Aber genau für diese Aufgabe holt man doch normalerweise einen Trainer, der die Liga kennt. Einen Trainer, der weiß, wie die Zweite Bundesliga funktioniert. Einen Trainer, der die Gegner kennt, die Stadien kennt und vor allem auch die Spieler kennt, die man möglicherweise verpflichten möchte.
Stattdessen entscheidet man sich für Oliver Kirch.
Ja, er hat eine Vergangenheit bei Arminia. Ja, er wohnt in Bielefeld. Ja, er hat als Spieler seine Verdienste für den Verein gehabt. Das alles ist schön und gut. Aber reicht das wirklich als Argument für den wichtigsten Posten im sportlichen Bereich?
Kirch kommt aus der Regionalliga. Das ist eine völlig andere Welt als die Zweite Bundesliga. Zwischen einer U23-Mannschaft in der Regionalliga und einer Profimannschaft im Abstiegskampf der Zweiten Liga liegen Welten.
Natürlich erzählen Vereinsverantwortliche jetzt wieder etwas von mutigem Fußball, offensiver Ausrichtung und gemeinsamen Vorstellungen. Das hört man bei jeder Trainerverpflichtung. Die Realität beginnt aber erst am ersten Spieltag, wenn Schalke, Düsseldorf, Hannover oder Nürnberg auf der anderen Seite stehen.
Für mich wirkt die Verpflichtung eher wie eine romantische Lösung als eine sportlich logische Entscheidung. Man holt einen ehemaligen Arminen zurück und hofft, dass die Geschichte gut ausgeht.
Ich hätte mir einen Trainer gewünscht, der bereits nachgewiesen hat, dass er in dieser Liga bestehen kann. Einen Trainer mit Erfahrung, mit Kontakten und mit einem Netzwerk innerhalb der Zweiten Bundesliga.
Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich mich irre. Nichts wäre schöner, als wenn Oliver Kirch alle Kritiker eines Besseren belehrt und Arminia eine erfolgreiche Saison spielt.
Aber Stand heute bleibt bei mir ein ungutes Gefühl. Für einen Verein, der gerade wieder im Profifußball angekommen ist und wichtige Ziele vor sich hat, erscheint mir dieses Risiko unnötig groß.
Ich hoffe für Arminia, dass die Verantwortlichen mehr gesehen haben als nur einen ehemaligen Publikumsliebling. Denn Sympathiepunkte gewinnen keine Zweitligaspiele.
Kommentar hinterlassen