Nach dem Verschwinden eines medizinischen Transportflugzeugs vor der US-Ostküste haben die Behörden die Suche nach den sechs Menschen an Bord eingestellt. Die Maschine war auf dem Weg von Bermuda nach Boston, als der Kontakt abbrach. Zuvor soll das Flugzeug erheblich an Höhe verloren haben. Später wurden vor der Küste von Massachusetts Trümmer entdeckt, die nach Angaben der Behörden von der vermissten Maschine stammen.
Suche nach 66 Stunden beendet
Die US-Küstenwache hat die Suche nach dem vermissten Flugzeug vor Nantucket eingestellt. Die Insel liegt vor der Küste des US-Bundesstaates Massachusetts.
Nach Angaben der Küstenwache waren die Einsatzkräfte insgesamt rund 66 Stunden auf der Suche nach den sechs Insassen.
Am Sonntagabend wurde der Einsatz schließlich beendet. Die Küstenwache sprach den Familien und Angehörigen ihr Beileid aus.
An Bord befanden sich nach den vorliegenden Angaben vier kanadische und zwei bermudische Staatsangehörige. Die Angehörigen wurden von den Behörden informiert.
Maschine war von Bermuda nach Boston unterwegs
Bei dem vermissten Flugzeug handelt es sich um eine Gulfstream G-100.
Die Maschine war am Samstagabend vom L.F. Wade International Airport auf Bermuda gestartet. Nach den angegebenen Flugdaten hob das Flugzeug um 23.40 Uhr Ortszeit ab.
Ziel war der Logan International Airport in Boston. Dort sollte die Maschine gegen 1.30 Uhr Ortszeit eintreffen.
Dazu kam es nicht.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verlor kurz nach 1 Uhr Ortszeit den Kontakt zu dem Flugzeug.
Medizinischer Transportflug
Bei der Maschine handelte es sich um ein Flugzeug des Unternehmens Latitude Air Ambulances, das internationale medizinische Transportflüge durchführt.
Nach Angaben des Flugbetriebsleiters des Unternehmens befanden sich zwei Piloten und zwei medizinische Mitarbeiter an Bord. Diese vier Besatzungsmitglieder waren demnach Kanadier.
Die Crew war nach Bermuda geflogen, um einen Patienten und dessen Begleitperson abzuholen.
Diese beiden Personen waren laut den Angaben nicht kanadischer Staatsangehörigkeit.
Flugzeug verlor massiv an Höhe
Die verfügbaren Flugdaten zeigen einen auffälligen Höhenverlust vor dem Abbruch der Kommunikation.
Demnach sank die Maschine von etwa 24.000 Fuß, umgerechnet rund 7.300 Meter, auf ungefähr 11.000 Fuß, also etwa 3.300 Meter.
Danach brach die Kommunikation ab.
Was genau an Bord geschah und wodurch der starke Höhenverlust ausgelöst wurde, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Probleme bei der Kommunikation mit Fluglotsen
Auch der Funkverkehr deutet auf Schwierigkeiten während der letzten Phase des Fluges hin.
Nach einem Bericht über die aufgezeichnete Kommunikation hatte ein Fluglotse offenbar Probleme, den Piloten deutlich zu verstehen.
Der Lotse fragte unter anderem nach, ob die Besatzung einen Notfall erklären wolle. Die Antwort des Piloten war zunächst nicht verständlich.
Später bestätigte der Fluglotse dem Bericht zufolge, dass der Pilot einen Notfall erklärt hatte.
Hinweise auf ein elektrisches Problem
Kurz nach 1 Uhr Ortszeit wurden Rettungskräfte offenbar darauf vorbereitet, ein Flugzeug mit einem elektrischen Problem zu empfangen.
Ein Einsatzdisponent informierte die Rettungskräfte entsprechend.
Später wurde gemeldet, dass die Maschine sowohl den Funk- als auch den Radarkontakt verloren habe.
Ob das gemeldete elektrische Problem tatsächlich die Ursache für das Verschwinden der Maschine war, ist anhand der vorliegenden Informationen nicht geklärt.
Trümmerfeld entdeckt
Bereits am Samstagabend hatten die Behörden ein Trümmerfeld lokalisiert.
Nach ihren Angaben konnte bestätigt werden, dass die gefundenen Trümmer von dem vermissten Flugzeug stammen.
Die Suche nach möglichen Überlebenden wurde dennoch über einen längeren Zeitraum fortgesetzt.
Nach insgesamt 66 Stunden entschieden die Behörden schließlich, den Sucheinsatz vor Nantucket einzustellen.
Ursache des Unglücks weiterhin offen
Warum die Gulfstream G-100 während des medizinischen Transportfluges in Schwierigkeiten geriet, ist bislang nicht geklärt.
Bekannt sind mehrere auffällige Umstände: Die Maschine verlor erheblich an Höhe, es gab Probleme bei der Funkkommunikation, ein Notfall wurde erklärt und Rettungskräfte erhielten einen Hinweis auf ein mögliches elektrisches Problem.
Welche Rolle diese einzelnen Faktoren spielten und was letztlich zum Verschwinden des Flugzeugs führte, lässt sich aus den bislang vorliegenden Informationen nicht ableiten.
Mit dem bestätigten Fund von Flugzeugtrümmern und der Einstellung der Suche richtet sich der Blick nun auf die Aufklärung der Ereignisse während der letzten Minuten des Fluges.
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