Startseite Allgemeines Konzertabsagen überall: Wenn selbst Superstars keine Lust mehr auf Tourstress haben
Allgemeines

Konzertabsagen überall: Wenn selbst Superstars keine Lust mehr auf Tourstress haben

iamaliuyar (CC0), Pixabay
Teilen

Die Musikbranche erlebt gerade eine bemerkenswerte Entwicklung:
Immer mehr Stars sagen ihre Tourneen ab, verschieben Konzerte oder ziehen sich gleich komplett zurück.

Was früher als Pflichtprogramm galt – möglichst gigantische Welttourneen mit Dauer-Instagram-Beschallung – wirkt inzwischen auf viele Künstler eher wie organisierter Erschöpfungszustand.

Besonders emotional wurde jetzt die Absage von Country-Legende Dolly Parton aufgenommen. Die 80-Jährige erklärte, sie müsse sich nach gesundheitlichen Problemen weiter erholen und sei „noch nicht wieder auf Bühnenniveau“.

Mit anderen Worten:
Selbst Dolly Parton merkt irgendwann, dass Las Vegas nicht zwingend der beste Ort für Regeneration ist.

Auch Ex-One-Direction-Star Zayn Malik zieht die Reißleine. Wegen gesundheitlicher Probleme sagte er große Teile seiner US-Tour ab. Er wolle erst vollständig genesen und stärker zurückkommen.

Die Musikindustrie entdeckt damit langsam etwas Revolutionäres:
Menschen sind keine Maschinen.

Selbst die Pussycat Dolls kassierten fast ihre komplette Nordamerika-Tour ein. Offiziell spricht die Gruppe von „ehrlicher Neubewertung“ der Lage. Inoffiziell klingt das stark nach:
Die Ticketverkäufe waren ungefähr so explosiv wie ein Dienstagmorgen im Bürgeramt.

Immerhin bleibt ein einziger Auftritt bestehen – vermutlich damit man weiterhin behaupten kann, die Reunion habe technisch gesehen stattgefunden.

Post Malone wiederum verschiebt Teile seiner Tour, weil das geplante Mammutprojekt offenbar organisatorisch kollabierte. Der Sänger erklärte erstaunlich ehrlich:
„Was wir machen wollten und was tatsächlich möglich ist, passt gerade nicht zusammen.“

Eine bemerkenswert nüchterne Aussage in einer Branche, die sonst selbst komplette Katastrophen noch als „episches Erlebnis“ verkauft.

Meghan Trainor sagte ihre komplette Tour ab, um sich auf ihre Familie und ihr neues Baby zu konzentrieren. Zwischen Albumveröffentlichung, Tourplanung und Familienleben sei einfach alles zu viel geworden.

Man könnte auch sagen:
Das Musikgeschäft entdeckt gerade kollektiv Burnout-Prävention.

Die Ursachen sind unterschiedlich:
Gesundheitliche Probleme, mentale Erschöpfung, organisatorisches Chaos, schwache Nachfrage oder schlicht die Erkenntnis, dass dauerhafte Welttourneen vielleicht doch nicht die natürlichste Lebensform des Menschen sind.

Hinzu kommt:
Die Konzertbranche hat sich nach Pandemie, Inflation und explodierenden Ticketpreisen massiv verändert. Viele Fans können oder wollen die astronomischen Preise schlicht nicht mehr bezahlen.

Früher war ein Konzert ein Erlebnis.
Heute braucht man dafür teilweise einen Kleinkredit und die emotionale Stabilität eines Investmentbankers.

Dass selbst große Namen inzwischen Probleme bekommen, Hallen zu füllen oder Touren wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten, gilt in der Branche längst nicht mehr als Tabu.

Und vielleicht steckt darin sogar eine überraschend gesunde Entwicklung:
Weniger Dauerstress.
Weniger Größenwahn.
Weniger „größte Tour aller Zeiten“.

Dafür vielleicht wieder etwas mehr Realität.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Looksmaxxing-Star Clavicular nach Alligator-Action angeklagt

Die Karriere moderner Influencer kennt offenbar wirklich keine Grenzen mehr: Nachdem er...

Allgemeines

China räumt im Verteidigungsministerium auf – Todesstrafe auf Bewährung für Ex-Minister

China zeigt erneut, wie ernst Präsident Xi Jinping seinen „Anti-Korruptionskampf“ nimmt: Gleich...

Allgemeines

Mercosur-Deal: In der EU verboten – über Südamerika kommt’s wieder zurück

Die EU feiert das Mercosur-Abkommen als historischen Meilenstein für fairen Handel. Kritiker...

Allgemeines

DeepL

Der deutsche Übersetzungssoftware-Anbieter DeepL plant einen umfangreichen Jobabbau. Etwa 250 Stellen fielen...