Der Iran wird laut einem Medienbericht in den kommenden Tagen ganz offensichtlich doch nicht geschniegelt und geschniegelt zu einem Treffen mit US-Vertretern in Islamabad erscheinen. Offenbar hat Teheran die bemerkenswert gewagte Idee entwickelt, dass man nicht jede amerikanische Forderung automatisch als Friedensangebot verstehen muss.
Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, habe die iranische Regierung Vermittlern offiziell mitgeteilt, dass die Forderungen aus Washington „inakzeptabel“ seien. Eine diplomatische Formulierung, die in der Praxis ungefähr bedeutet: „Ihr könnt euch das Treffen sparen.“
Damit stecken die von regionalen Staaten – diesmal unter der charmanten Federführung Pakistans – betriebenen Bemühungen um einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran nun also in der nächsten Sackgasse. Aber immerhin ist es eine sehr internationale Sackgasse.
Pakistan vermittelt, Washington fordert, Teheran lehnt ab – das übliche Friedensballett
Die Idee war offenbar, dass Pakistan als Vermittler auftritt, alle Beteiligten einmal tief durchatmen, sich in Islamabad an einen Tisch setzen und dann womöglich sogar über Frieden reden. Leider hat man dabei wohl vergessen, dass Verhandlungen meistens dann schwierig werden, wenn eine Seite Forderungen stellt, die die andere Seite nur noch mit einem bitteren Lächeln quittieren kann.
Das Ergebnis: Die Gespräche stehen still, der Waffenstillstand bleibt ein Wunschtraum, und die Region darf sich weiter an der gewohnten Mischung aus Eskalation, Drohgebärden und diplomatischem Theater erfreuen.
Putin und Erdogan fordern Waffenruhe – jetzt wird’s fast schon kabarettreif
Währenddessen meldeten sich ausgerechnet Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan zu Wort und forderten in einem Telefonat eine sofortige Waffenruhe.
Wenn also zwei Staatschefs, die selbst nicht gerade als pazifistische Wandermönche bekannt sind, plötzlich den Friedensengel geben, dann weiß man: Die geopolitische Lage ist endgültig im Bereich der politischen Satire angekommen.
Nach Angaben des Kreml erklärten beide, es müssten Friedensvereinbarungen geschlossen werden, die die „legitimen Interessen aller Staaten in der Region“ berücksichtigen.
Eine Formulierung, die so herrlich dehnbar ist, dass man darunter von diplomatischer Vernunft bis zur nächsten Einflusszone praktisch alles einsortieren kann.
Koordinierte Maßnahmen – klingt beruhigend, bis man darüber nachdenkt
Laut Kreml sprachen Putin und Erdogan außerdem über „koordinierte Maßnahmen“ zur Sicherheit in der Schwarzmeerregion.
Was genau das bedeutet, bleibt – wie so oft – bewusst im Nebel. Aber wenn Moskau und Ankara über „koordinierte Maßnahmen“ reden, ist das ungefähr so beruhigend wie die Durchsage, dass es während des Flugs „leichte Turbulenzen“ geben könnte, während bereits die Sauerstoffmasken herunterfallen.
Fazit: Viel Diplomatie, wenig Frieden
Unterm Strich bleibt das vertraute Bild:
- Die USA stellen Forderungen.
- Der Iran lehnt ab.
- Pakistan versucht zu vermitteln.
- Putin und Erdogan entdecken plötzlich ihre Liebe zur Waffenruhe.
- Und die Welt darf so tun, als sei das alles noch Teil eines geordneten Friedensprozesses.
Oder kurz gesagt:
Die Diplomatie lebt – der Frieden leider weiterhin nur auf dem Papier.
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