Das Zumindest berichtet die Wirtschaftswoche aktuell in einer Schlagzeile darüber.
Das Zumindest berichtet die Wirtschaftswoche aktuell in einer Schlagzeile darüber.
Die Berichte rund um beschlagnahmte Gelder im Zusammenhang mit TGI, Mario Bichler und dem Paraiba-Komplex sollte man sachlich und juristisch sauber einordnen. Entscheidend ist: Es geht nach derzeitigem Stand nicht darum, dass bereits bewiesen wäre, dass TGI-Gelder aus Straftaten stammen. Vielmehr geht es um Sicherungsmaßnahmen der Ermittlungsbehörden im Rahmen laufender Ermittlungen.
Konkret beschreibt der WiWo-Bericht, dass österreichische Behörden befürchten, Gelder aus dem mutmaßlichen Paraiba-Kryptobetrug könnten teilweise auf Konten bei der TGI AG beziehungsweise auf TGI-bezogenen Konten gelandet sein.
Dabei steht insbesondere Mario Bichler im Fokus der Ermittlungen. Gegen ihn wird im Zusammenhang mit dem Paraiba-Komplex ermittelt. Laut Bericht soll die Staatsanwaltschaft deshalb Vermögenswerte von insgesamt sechs Personen und zwei Unternehmen sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt haben. Darunter sollen sich auch Konten von Mario Bichler bei TGI befinden.
Wichtig ist dabei die juristische Differenzierung:
Der Artikel macht zudem deutlich:
Mario Bichler bestreitet laut seiner Anwältin, dass die Gelder aus Paraiba stammen. Seine Verteidigung erklärt vielmehr, es handle sich um Privatvermögen. Zwei Konten seien beschlagnahmt worden, eines davon sei später wieder freigegeben worden. Das zweite Konto sei weiterhin gesperrt.
Ebenso wichtig:
Die WiWo schreibt nicht, dass die TGI AG selbst wegen Kryptobetrugs beschuldigt wird. Die TGI erklärt laut Bericht ausdrücklich, man kenne den Betrugsfall Paraiba nicht und habe „nichts mit Paraiba zu tun“. Direkte Berührungspunkte habe es „zu keinem Zeitpunkt gegeben“.
Allerdings beschreibt der Bericht verschiedene tatsächliche Überschneidungen:
Genau diese Überschneidungen dürften aus Sicht der Ermittler der Grund dafür sein, warum Vermögenswerte vorsorglich gesichert wurden.
Juristisch bedeutet eine Beschlagnahme zunächst vor allem:
Die Behörden wollen verhindern, dass mögliche Vermögenswerte verschwinden, verschoben oder dem Zugriff entzogen werden, solange geprüft wird, woher Gelder stammen und wem sie wirtschaftlich zuzurechnen sind.
Die Beschlagnahme ist daher keine Vorverurteilung, sondern eine vorläufige Ermittlungsmaßnahme.
Fairerweise muss man deshalb festhalten:
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BeiDie RedaktionMittwoch, 20.05.2026
Korrekt, aber die Überscheidungen der beiden „Goldhandelsmodelle“ Bichler und GGMT in nacheinander folgenden Vorträgen und der gesicherte Chatverlauf sind trotzdem Aufklärungsbedürftig.
WiWo Bericht:
„Die dubiosen Deals zweier Goldhändler
Günstiges Gold, ein Krypto-Skandal, Ärger mit der Bafin. Und mittendrin: zwei Unternehmer aus Österreich, deren Wege sich verdächtig häufig kreuzen.
Leonard Frick19.05.2026 – 18:00 Uhr
Helmut Kaltenegger grinst. Mit grauem Sakko und rotem Einstecktuch sitzt der Österreicher auf der Pressekonferenz des Regionalliga-Fußballklubs DSV Leoben.
Der 60-Jährige ist Goldhändler. Und sein Geschäft läuft. Nach eigenen Angaben haben Kalteneggers Firmen mittlerweile über 50.000 internationale Kunden angeworben – viele davon in Deutschland. Mit seinem lukrativen Geschäft soll er das Sponsoring des Fußballteams bezahlt haben.
Neben dem Goldhändler, ebenfalls im grauen Sakko, sitzt der Vorstand des DSV Leoben, Mario Bichler. Der 40-jährige Bichler ist als Fußballfunktionär aus der Steiermark, nördlich von Graz, bekannt. Er führt zudem mehrere Gastronomie- und Eventbetriebe in der Region.
Unbeschwert sehen die beiden auf dem Foto aus dem Jahr 2023 aus. Der Klub hat die Herbstmeisterschaft gewonnen. Hinter ihnen auf einem Transparent steht: „Gold für alle!“ Das Motto von Kalteneggers Unternehmen. Sie haben große Pläne. Das Team soll in einem neuen Stadion spielen. Rund 50.000 Euro soll Kaltenegger dem Klub pro Monat zugesichert haben. Alles ist bereit für eine goldene Zukunft.
Heute, rund drei Jahre später, haben Kaltenegger und Bichler Probleme, jeder seine eigenen. Bei Kaltenegger geht es um Verbote der Finanzaufsicht, bei Bichler um mutmaßlichen Betrug. Und es stellt sich die Frage, ob die Probleme des einen mit den Problemen des anderen zu tun haben könnten.
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Fangen wir mit Bichler an:
Zum Zeitpunkt des Fotos, im Januar 2023, noch nicht öffentlich bekannt: Der Unternehmer ist einer der Beschuldigten in einem mutmaßlichen Betrugsfall mit dem Namen „Paraiba“, bei dem etwa 65.000 Anleger aus Österreich, Deutschland und der Schweiz rund 400 Millionen Euro verloren haben sollen. Wie viel Bichler von dem Betrugsfall wusste, ist ungeklärt. Die Behörden ermitteln.
Bichler lässt über seine Anwältin mitteilen, er habe an das Paraiba-System geglaubt und selbst Geld investiert. Dieses Geld sei mittlerweile verloren und Bichler Geschädigter.
Das Paraiba-System soll Anlegern vorgegaukelt haben, sie würden unter anderem in Kryptowährung investieren. Tatsächlich könnte es sich um ein Schneeballsystem gehandelt haben. In solchen Systemen finanzieren sich die Auszahlungen durch immer neue Investoren – bis die Neukunden irgendwann ausgehen und das Konstrukt in sich zusammenstürzt. Das aufgelöste Unternehmen Paraiba war für die WirtschaftsWoche nicht erreichbar.
Interne Dokumente legen nahe, dass Teile des Paraiba-Geldes auch in Unternehmen von Kaltenegger geflossen sein könnten.
Den Unterlagen zufolge sollen zudem beim Kaltenegger-Goldhandel mehrere Konten unter Bichlers Namen existieren. Die österreichische Staatsanwaltschaft hat das Vermögen mittlerweile beschlagnahmt.
48 Prozent Gewinn im Jahr
Kalteneggers Goldhandel, mit Sitz in Liechtenstein, bei dem das eingefrorene Vermögen liegt, nennt sich Trust Gold International, oder kurz: TGI. Kaltenegger ist Hauptaktionär und Präsident des Verwaltungsrates.
Die TGI schreibt, man würde „diesen Betrugsfall nicht kennen.“ Und weiter: „Wir haben nichts mit Paraiba zu tun, es gibt keinerlei Verbindungen zwischen der TGI AG und Paraiba. Direkte Berührungspunkte hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben.“ Auf eine Frage nach den gesperrten Konten geht die TGI nicht ein.
Und damit zu Kalteneggers Problemen:
Die TGI bot Kunden märchenhafte Renditen. Wer Gold kaufte, erhielt jeden Monat bis zu vier Prozent des Einkaufswertes als „Rabatt“ ausgezahlt – also 48 Prozent Gewinn im Jahr. Nach drei Jahren bekamen die Kunden ihre ursprüngliche Goldmenge geliefert. Der versprochene Gewinn überstieg klassische Anlagewerte um ein Vielfaches.
Kalteneggers Geschäfte werfen Fragen auf. Der Unternehmer sagt, die Vermögen wären über den Dienstleister Deloitte versichert. Deloitte Österreich schreibt, es unterhalte „keinerlei Geschäftsbeziehung zu Helmut Kaltenegger“. „Wir bieten keine Versicherungsservices an“, heißt es weiter.
Deloitte Schweiz, verantwortlich für Liechtenstein, kommentiert zwar keine Geschäftsbeziehungen, weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass Deloitte kein Versicherer sei.
Auf Nachfrage räumt auch die TGI ein, keine Versicherung bei Deloitte abgeschlossen zu haben: „Ein Geschäftspartner der TGI AG hat eine Versicherung für das Handelsgeschäft.“
Kalteneggers österreichische Unternehmen waren seit Jahren hoch überschuldet. Zumindest bis alle „Rechte und Pflichten“ – damit dürften auch Millionen an negativem Eigenkapital gemeint sein – in eine liechtensteinische Aktiengesellschaft flossen. Und zwar die TGI unter Führung von Helmut Kaltenegger.
In Liechtenstein versäumt die TGI, einen aktuellen Jahresabschluss einzureichen. Das bestätigt das dortige Amt für Justiz: „Die Jahresrechnung 2024 hätte bei uns spätestens Ende 2025 eingereicht werden müssen.“ Man habe die TGI deshalb aufgefordert, die Bilanz einzureichen.
Die TGI teilt mit, der Jahresabschluss sei „seit mehreren Monaten fertig“. Die Verzögerung entstehe einerseits durch „Meldungen von Finanzaufsichtsbehörden“, andererseits durch „Rückfragen seitens der Banken“.
Bereits in einem Youtube-Video der TGI aus Januar 2026 sagt Kaltenegger, die Bilanz sei „in Kürze“ öffentlich einsehbar. Offenbar konnte die TGI die Rückfragen der Banken in vier Monaten nicht klären.
Monieren Kunden Zahlungsschwierigkeiten, schiebt Kaltenegger es gerne auf „die Sparkassen“. Sie würden die Überweisungen der TGI ablehnen. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands widerspricht: „Willkürliche Ablehnungen einer Zahlung, wenn die nicht gegen gesetzliche Regelungen verstößt, sind nicht möglich.“ Zahlungen würden nur in Ausnahmefällen abgelehnt, etwa bei „Verdacht zur Durchführung einer strafbaren Handlung“, Geldwäscheverdacht oder unzureichender Kontodeckung.
Die TGI schreibt: „Bezüglich von Zahlungsthemen wird entsprechend der Geschäftskultur der TGI AG keine Auskunft erteilt.“
Und dann, Ende April 2026, veröffentlichte die deutsche Finanzaufsicht Bafin eine Meldung. Teile des TGI-Angebots dürfte das Unternehmen „nicht zum Erwerb in Deutschland anbieten.“ Es läge ein „Verstoß gegen das Vermögensanlagengesetz“ vor, schreibt die Bafin.
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Die TGI sprach von einer „Fehlinterpretation“. „Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Geschäftsmodells der TGI AG wird dadurch nicht in Frage gestellt“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Für die TGI war die Meldung der Bafin aber wohl Grund genug, ihr Geschäftsmodell umzustellen. Nun bietet der Goldhändler einen Rabatt von zwei bis drei Prozent beim Goldkauf. Die Website erklärt auch nach eingehender Suche nicht, wie der günstige Einkaufspreis zustande kommt. Die TGI liefert auch auf Nachfrage keine Erklärung, sondern schreibt lediglich: „Kundinnen und Kunden haben jederzeit die Möglichkeit der TGI AG Feingoldbarren/Münzen/etc. zum Ankauf anzubieten.“
Freunde in der Regionalliga
Damals, als der DSV Leoben noch den Titel als Herbstmeister feierte, musste sich Kaltenegger noch nicht mit der Bafin herumschlagen. Er war mindestens von März 2023 bis Mai 2024 Teil des DSV Leoben, als stellvertretender Schriftführer. Zur selben Zeit war Mario Bichler der Obmann, also der Vorsitzende, des österreichischen Regionalligateams.
Chatnachrichten zeigen: Schon 2023 sollen die beiden gemeinsame „Live-Events“ veranstaltet haben, in denen sie ihre Geschäftsmodelle präsentierten. Jeder stand dort für sein eigenes Unternehmen. Kaltenegger mit seiner Firma namens GGMT. Bichler soll ein anderes Modell präsentiert haben, bei dem Kunden ebenfalls Gold erwerben konnten. Und diese Idee soll die beiden Geschäftsmänner schon damals vereint haben: Reichtum durch Gold.
So stellen es mehrere Zeugen dar, die sich an die Events erinnern. Auch ein Eventplan in den Chatnachrichten zeigt zwei Programmpunkte: Zunächst den Goldhandel, den Bichler bewarb. Im Anschluss Kalteneggers GGMT.
Bichlers Anwältin verweist hierbei auf eine Zeugenaussage von Kaltenegger aus März 2025. Dort soll Kaltenegger ausgesagt haben, bei den gemeinsamen Veranstaltungen ging es nur um die GGMT. Andere Unternehmen seien nicht erwähnt worden.
Die Chatnachrichten und der Eventplan, der zwei Unternehmen ankündigt, stehen in Widerspruch zu der Zeugenaussage. Die TGI lässt Fragen zu dem Event unbeantwortet.
Zwei Männer, zwei Goldgeschäfte. Jedoch mit einem Unterschied: Bichler sieht sich – anders als Kaltenegger – nicht als Initiator eines Goldhandels. Er will nur als Makler fungiert und die Investments an Kunden weitervermittelt haben.
Bichlers Goldgeschäfte
Bei dem Investment, das Bichler als Makler beworben haben soll, hätten Kunden auf den Einkaufspreis ihres Goldes einen monatlichen Zins von drei Prozent erhalten. Dafür hätte das Edelmetall aber für mindestens 12 Monate bei dem Unternehmen verbleiben müssen.
Die österreichischen Behörden vermuten hinter dem Goldhandel ein mutmaßliches Betrugssystem. Das Gold könnte möglicherweise nie existiert haben. Es liegt bisher kein Urteil vor und es gilt die Unschuldsvermutung. Bichlers Anwältin schreibt, ihr Mandant habe bei dem Goldhandel Geld investiert und verloren. Er sei somit selbst Opfer dieses mutmaßlichen Betrugs.
Nach außen sollen die zwei Österreicher also unabhängig voneinander im Goldgeschäft für verschiedene Unternehmen gearbeitet haben. Doch möglicherweise waren die Geschäfte nicht so voneinander getrennt, wie es auf den ersten Blick scheint.
Private Chatnachrichten zeigen, wie die beiden Unternehmer schon früh miteinander in Verbindung gestanden haben könnten. Bichler soll im Jahr 2023 an einen seiner mutmaßlichen Kunden geschrieben haben, dass jetzt alles mit GGMT zusammengelegt würde. Und könnte damit wohl eine Fusion des Goldhandels, für das er als Makler gearbeitet haben soll, mit dem Goldhandel von Kaltenegger gemeint haben.
Kalteneggers Anwalt schreibt, ein Teil von Bichlers Kunden „wurden im Laufe der Zeit zufriedene TGI AG Kunden“. Jedoch schreiben die Anwälte auch: Eine Zusammenarbeit „gab es zu keinem Zeitpunkt.“ Den Widerspruch der beiden Aussagen erklärt der Anwalt nicht. Wie aber kamen Bichlers Kunden zur TGI?
Fünf Millionen Euro Schulden
Kaltenegger und Bichler arbeiten weiterhin zusammen. In einem mittlerweile nicht mehr abrufbaren YouTube-Video aus dem Januar 2026 ist Bichler zu Gast im TGI-Studio. Von hier aus sendet Kaltenegger stundenlange Live-Übertragungen an seine Kunden.
Bichler erzählt die Geschichte in dem Video aus seiner Sicht und stellt sich als Opfer dar. Er selbst sei hereingelegt worden.
Bichler erzählt von einem weiteren Goldhändler, einer dritten Person. Ein Vertriebler, der ebenfalls mit einem Goldangebot gelockt haben soll. Er soll Zinsen beim Goldkauf versprochen haben – das mittlerweile bekannte Geschäftsmodell.
Dafür soll Bichler mehrere Millionen Euro von seinen Kunden eingesammelt haben. Einige Zeit sei es gut gelaufen, erinnert Bichler. Doch dann musste der Unternehmer wohl erleben, wie unsicher der Goldmarkt sein kann. Nach einiger Zeit sei es „zu Stockungen gekommen, was die Auszahlungen betrifft“, erklärt Bichler. „Man hat das Gefühl gehabt, dass da etwas nicht stimmt im Hintergrund.“ Schlussendlich soll es um Schulden in Millionenhöhe gegangen sein.
Noch heute warte er auf sein Geld, berichtet der Geschäftsmann. Der Betrag sei wohl nicht im Goldhandel gelandet, „sondern auf einer Sportwettplattform“, mit Sitz „irgendwo in Russland“.
Was Bichler in dem Video nicht erwähnt:
Er soll Kaltenegger um Hilfe mit den Millionenschulden gebeten haben. Die beiden sollen auf folgende Lösung gekommen sein: Bichlers Kunden sollen ihr verlorenes Vermögen in Form von Punkten auf einem GGMT-Konto gutgeschrieben bekommen haben. Also bei Kalteneggers Firma. Durch diese Punkte bekamen die Anleger einen Rabatt auf den Goldkauf bei der GGMT.
In einer Chatnachricht aus den Jahren soll sich das Unternehmen, für das Bichler warb, an seine Anleger gewendet haben, mit der Nachricht: Die Gelder würden in Form von „Punkten“ in Ihrem GGMT-Account ersichtlich werden.
Hierbei verweist Bichlers Anwältin unter anderem auf eine Stellungnahme ihres Mandanten aus Oktober 2025. Diese bestätigt in weiten Teilen die Lösungsversuche der Geschäftsmänner. Auch hier betont Bichler wieder, er sei nicht Initiator des Goldhandels gewesen, sondern selbst Geschädigter.
Warum Kaltenegger die Schulden als Punkte durch die GGMT übernommen haben soll, ist unklar. Vor allem, weil Kalteneggers Unternehmen damals selbst in Schwierigkeiten steckte. Die Bilanz des österreichischen Goldhändlers für 2023 wies ein negatives Eigenkapital von mehreren Millionen Euro aus: Die Verbindlichkeiten überstiegen das Unternehmensvermögen deutlich. Die TGI macht hierzu keine Angaben.
Und auch ein weiteres Problem erwähnt Bichler in dem Video nicht: seine eigenen Konten bei der TGI.
Beschlagnahmtes Vermögen
Denn neben den vielen Goldgeschäften beschäftigt die österreichischen Behörden auch weiterhin der Fall Paraiba – der mutmaßliche Kryptobetrug mit vermutlich 65.000 Geschädigten. Wo deren Geld sich mittlerweile befindet, ist unklar.
Die österreichischen Behörden sehen die Gefahr, dass Gelder aus dem Fall Paraiba auch auf TGI-Konten liegen könnten, dem Unternehmen von Helmut Kaltenegger. Grund genug, um auf die Konten in Liechtenstein zuzugreifen. Die Vermögenswerte von sechs Personen und zwei Unternehmen sollen die Behörden sichergestellt haben. Darunter auch die von Mario Bichler.
Tatsächlich soll eine größere Summe des Unternehmers auf den TGI-Konten liegen. Das bestätigt auch ein TGI-Finanzvorstand in einer Mail vom März 2025. Hinzu kommen Konten weiterer Beschuldigter im Fall Paraiba. Ob das Vermögen aus dem mutmaßlichen Kryptobetrug stammt, ist nicht bewiesen. Dennoch: Die Staatsanwaltschaft sieht ein Risiko, dass Anlegergelder verloren gehen, und soll das Geld beschlagnahmt haben, insgesamt eine sechsstellige Summe.“