Damit sich ein MLM-System über 7 Ebenen für die Beteiligten „rechnet“, müssen die Provisionen entweder extrem hoch sein – oder ständig neue Teilnehmer und Umsätze nachkommen. Genau deshalb geraten viele Systeme irgendwann in den Verdacht, mathematisch kaum nachhaltig zu sein.
Ein einfaches Beispiel:
Angenommen, ein Produkt kostet 100 Euro und die Provisionen werden über 7 Ebenen verteilt.
Dann könnte es etwa so aussehen:
- Ebene 1: 20 %
- Ebene 2: 10 %
- Ebene 3: 5 %
- Ebene 4: 3 %
- Ebene 5: 2 %
- Ebene 6: 1 %
- Ebene 7: 1 %
Das wären bereits 42 % reine Vertriebsprovisionen.
Dazu kommen noch:
- Unternehmenskosten
- Verwaltung
- Marketing
- Steuern
- Technik
- Gewinne der Betreiber
Realistisch müsste das Produkt dann oft mit 60–80 % Aufschlag kalkuliert werden, damit das Modell überhaupt funktioniert.
Das eigentliche Problem entsteht aber mathematisch:
Jede Ebene braucht neue Teilnehmer.
Wenn jeder Teilnehmer nur 5 neue Mitglieder wirbt:
- Ebene 1 = 5 Personen
- Ebene 2 = 25
- Ebene 3 = 125
- Ebene 4 = 625
- Ebene 5 = 3.125
- Ebene 6 = 15.625
- Ebene 7 = 78.125 Personen
Und das nur unter einer einzigen Person an der Spitze.
Deshalb funktionieren viele MLM-Systeme nur solange:
- ständig neue Mitglieder eintreten
- hohe Einstiegskosten bezahlt werden
- Produkte überteuert verkauft werden
- oder Teilnehmer selbst regelmäßig investieren/kaufen müssen
Genau deshalb kritisieren Verbraucherschützer viele MLM-Modelle. Denn oft verdienen hauptsächlich:
- die Gründer
- frühe Teilnehmer
- und große Strukturvertriebe
Während die Mehrheit unten in der Struktur kaum Gewinne erzielt oder sogar Verlust macht.
Je mehr Ebenen ein System hat, desto schwieriger wird es mathematisch, genug Geld und neue Teilnehmer nachzuliefern, damit alle dauerhaft verdienen können.
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Nehmen wir ein einfaches MLM-Beispiel mit 5 Stufen.
Beispiel: Produktpreis 100 Euro
Das Unternehmen verkauft ein Produkt für 100 Euro.
Die Provisionen werden so verteilt:
| Ebene | Provision | Betrag |
|---|---|---|
| 1 | 20 % | 20 € |
| 2 | 10 % | 10 € |
| 3 | 5 % | 5 € |
| 4 | 3 % | 3 € |
| 5 | 2 % | 2 € |
Gesamte Provisionen: 40 Euro
Bleiben noch:
- 60 Euro für:
- Firma
- Verwaltung
- Werbung
- Technik
- Steuern
- Gewinne
- Produktkosten
Jetzt wird’s mathematisch interessant
Angenommen jeder wirbt nur 5 neue Leute.
Dann entsteht:
| Ebene | Mitglieder |
|---|---|
| 1 | 5 |
| 2 | 25 |
| 3 | 125 |
| 4 | 625 |
| 5 | 3.125 |
Das bedeutet:
Eine einzige Person an der Spitze braucht bereits 3.905 Menschen unter sich.
Und jetzt kommt das eigentliche Problem:
Damit die Leute in Ebene 4 oder 5 wirklich Geld verdienen, müssten wiederum diese Menschen neue Mitglieder bringen.
Dann explodieren die Zahlen:
- nächste Ebene = 15.625
- danach = 78.125
- danach = 390.625
Deshalb geraten viele MLM-Systeme irgendwann an Grenzen.
Denn entweder:
- es fehlen neue Teilnehmer
- oder die Produkte müssen extrem teuer sein
- oder Mitglieder kaufen selbst ständig nach
Genau deshalb sagen Kritiker oft:
Viele MLM-Systeme funktionieren wirtschaftlich nur solange genug neue Menschen unten nachrücken.
Und deshalb verdienen meist:
- die Spitze
- frühe Teilnehmer
- große Teamleiter
während unten oft nur geringe oder gar keine Gewinne entstehen.
Wie ich das so aus dem, „ehemaligen“ Handel kenne, war es auch da durchaus üblich zweimal jeweils die Hälfte des Einkaufpreises als „Handelsspanne“ aufzuschlagen. Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, wenn MLM- Strukturen für Betrugsmodelle benutzt werden.
Was ich nie verstanden habe. Warum sollte jemand so doof sein und sich in Ebene sieben einreihen, wenn er doch selber als Nummer eins starten könnte?