Es gibt in Deutschland drei Naturgesetze:
Der Ball ist rund.
Bayern bekommt Elfmeter.
Und Lothar Matthäus weiß IMMER alles besser.
Kaum hat Julian Nagelsmann seinen WM-Kader vorgestellt, meldet sich Deutschlands wandelnde Fußball-Wetterfahne natürlich sofort zu Wort.
„Den hätte ich mitgenommen.“
„Den hätte ich nicht nominiert.“
„Da hätte ich anders entschieden.“
Ja danke, Lothar.
Zum Glück trainierst du die Mannschaft nicht.
80 Millionen Bundestrainer – und einer davon redet besonders viel
Besonders schön ist ja immer dieser Satz:
„Es gibt 80 Millionen Bundestrainer.“
Das stimmt.
Aber nur einer davon sitzt regelmäßig im Fernsehen und erklärt nach jedem Spiel, warum er vorher alles schon gewusst hat.
Lothar ist mittlerweile weniger Fußball-Experte als eine Art menschlicher Live-Kommentar mit eingebauter Rückspultaste.
Wenn Deutschland gewinnt:
„Das habe ich genauso erwartet.“
Wenn Deutschland verliert:
„Das habe ich vorher gesagt.“
Und wenn gar nichts passiert:
„Da hätte ich anders entschieden.“
Sané nicht nominieren – aber Havertz stürmt natürlich
Besonders herrlich:
Lothar hätte Leroy Sané gar nicht erst mitgenommen.
Weil er „die Erwartungen nicht erfüllt“ habe.
Interessant.
Denn gleichzeitig baut er in seiner Traum-Startelf auf Kai Havertz im Sturm.
Also auf einen Spieler, bei dem ganz Deutschland seit Jahren versucht herauszufinden, welche Position er eigentlich spielt.
Aber gut:
Bei Lothar gelten manchmal offenbar andere Naturgesetze.
Neuer mit 40? Natürlich Weltklasse
Dann Manuel Neuer.
40 Jahre alt.
Nationalmannschaftsrücktritt schon hinter sich.
Aber laut Lothar natürlich immer noch einer der besten Torhüter der Welt.
Und wenn Vinicius alleine auf Neuer zuläuft, bekomme der „einen kleinen Strich in der Hose“.
Gut möglich.
Allerdings könnten manche Stürmer inzwischen auch darauf hoffen, dass Manuel beim Rauslaufen kurz vorher den Rücken spürt.
El Mala fehlt – vermutlich weil er noch keinen Werbevertrag hat
Dann beklagt Lothar noch das Fehlen von Said El Mala.
Natürlich ein Riesentalent.
Aber wenn wir ehrlich sind:
Hätte Nagelsmann ihn mitgenommen und Deutschland wäre früh rausgeflogen, hätte Lothar vermutlich gesagt:
„Für so ein großes Turnier war er noch nicht bereit.“
Das ist ja das Fantastische an Expertenmeinungen:
Im Nachhinein passen sie immer perfekt.
Ginter hätte alles gelöst – klar doch
Auch Matthias Ginter fehlt laut Matthäus völlig unverständlich.
Weil er rechter Verteidiger UND Innenverteidiger spielen könne.
Ganz ehrlich:
Nach der Logik hätte Lothar vermutlich auch noch vorgeschlagen, Ginter könne notfalls gleichzeitig Bus fahren, Zeugwart machen und den Grill fürs Mannschaftsfest anwerfen.
Die große Lothar-WM-Elf
Natürlich präsentiert Matthäus am Ende auch direkt seine Wunsch-Startelf.
Das gehört inzwischen ungefähr so fest zu einem Turnier wie schlechte Fan-Shirts und überteuerte Stadionwürste.
Und selbstverständlich wirkt es dabei immer so, als hätte Lothar persönlich gerade die taktische Zukunft des Weltfußballs erfunden.
Die Wahrheit ist: Trainer sein ist etwas anderes als reden
Versteht mich nicht falsch:
Lothar Matthäus war ein Weltklassespieler.
Eine deutsche Fußballlegende.
Aber zwischen „gut analysieren“ und „selbst erfolgreich trainieren“ liegen eben ungefähr 17 Bundesliga-Tabellenplätze.
Denn wenn man ehrlich ist:
Mit all den Theorien, Meinungen und nachträglichen Besserwissereien würden wir unter Trainer Lothar wahrscheinlich nicht Weltmeister…
…sondern maximal Stadtmeister von Herzogenaurach werden.
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