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Kuba begnadigt über 2.000 Häftlinge zu Ostern – Revolution mit christlichem Sonderrabatt

jorono (CC0), Pixabay
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Pünktlich zur Karwoche entdeckt Kubas sozialistische Führung offenbar ihre humanitäre Ader – oder zumindest deren Presseabteilung.

Die Regierung in Havanna hat mit der vor Ostern angekündigten Freilassung von mehr als 2.000 Häftlingen begonnen. Wie Medien berichten, durften gestern zunächst 20 Gefangene mit ordnungsgemäß ausgestellten Entlassungspapieren das Gefängnis La Lima im Osten des Landes verlassen.

Bereits am Vortag hatte die kubanische Regierung mitgeteilt, dass insgesamt 2.010 Häftlinge in der Karwoche aus „humanitären Gründen“ begnadigt werden sollen. Ein schöner Begriff – vor allem in einem Staat, der Humanität sonst eher selten in größeren Mengen ausliefert.

Wer rauskommt? Geheim. Warum? Auch eher geheim.

Natürlich wäre es zu viel Transparenz auf einmal, wenn man auch noch verraten würde, wer eigentlich freikommt oder weshalb diese Menschen überhaupt im Gefängnis saßen.

Namen der Begnadigten? Fehlanzeige.
Konkrete Straftaten? Ebenfalls Fehlanzeige.

Stattdessen erklärt die Regierung, die Auswahl erfolge nach den üblichen Kriterien, die in autoritär verwalteten Staaten gern bemüht werden, wenn man möglichst wenig erklären möchte:

  • Art des Vergehens
  • gutes Verhalten im Gefängnis
  • gesundheitliche Gründe
  • bereits verbüßte Haftzeit

Kurz gesagt: Wer brav war, krank genug aussieht oder lange genug gesessen hat, darf vielleicht wieder raus – sofern es politisch passt.

Nicht jeder bekommt den Ostersegen

Von der Begnadigung ausgeschlossen bleiben laut Regierung Personen, die wegen schwerer Delikte verurteilt wurden, darunter:

  • Mord
  • sexuelle Übergriffe
  • Drogendelikte
  • Diebstahl
  • illegale Schlachtung von Vieh
  • Delikte gegen die Staatsgewalt

Gerade letzterer Punkt ist in Kuba besonders interessant. Denn unter „Delikten gegen die Staatsgewalt“ kann in einem sozialistischen Einparteienstaat bekanntlich einiges fallen – vom echten Gewaltverbrechen bis zur politisch unerwünschten Aufmüpfigkeit, je nach Bedarf und Tagesform.

Dass ausgerechnet dieser Bereich ausdrücklich ausgenommen wird, dürfte Beobachter kaum überraschen:
Wer der Revolution gefährlich wird, bekommt selten einen Osterhasen – eher weitere Haftzeit.

Humanitäre Geste oder kalkulierte Kulisse?

Offiziell handelt es sich um eine humanitäre Geste zur Karwoche. Inoffiziell könnte man auch sagen: Ein bisschen Gnade zur richtigen Zeit macht sich international immer gut.

Gerade vor religiösen Feiertagen wirken Massenerlasse bekanntlich besonders moralisch – fast so, als wolle man zeigen, dass selbst ein streng geführter sozialistischer Staat gelegentlich Milde kennt. Natürlich nur in sorgfältig dosierten Einheiten und ohne allzu viele Nachfragen.

Denn solange weder Namen noch Hintergründe veröffentlicht werden, bleibt unklar:

  • Werden hier tatsächlich vor allem kranke oder ältere Gefangene freigelassen?
  • Oder schafft man still und leise Platz in überfüllten Haftanstalten?
  • Oder soll schlicht das Bild einer großzügigen Regierung gepflegt werden, die pünktlich zu Ostern Nächstenliebe simuliert?

Fazit: Gnade ja – aber bitte ohne Transparenz

So bleibt von Kubas Osterbegnadigung vor allem eines hängen:

  • 2.010 Häftlinge sollen freikommen,
  • die ersten 20 sind bereits draußen,
  • niemand soll so genau wissen, wer oder warum,
  • und politische Delikte bleiben lieber dort, wo Havanna sie am liebsten hat: hinter Gittern.

Oder anders formuliert:

Kubas Regierung verteilt zu Ostern Freiheit – allerdings nur in staatlich kontrollierten Portionen und ohne Beipackzettel.

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