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Görlitz muss Nachwählen

Yamu_Jay (CC0), Pixabay
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Görlitz gönnt sich weiter Demokratie im XXL-Format: Weil Amtsinhaber Octavian Ursu (CDU) die magische 50-Prozent-Marke um ein paar fehlende Kreuzchen verpasste, darf die Stadt Ende Mai noch einmal kollektiv überlegen, wen sie eigentlich im Rathaus sitzen haben möchte.

Mit 49,1 Prozent schrammte Ursu denkbar knapp am direkten Wahlsieg vorbei. Sein Dauergegner Sebastian Wippel von der AfD kam auf 44,3 Prozent – genug für die Stichwahl, aber erneut zu wenig für den sofortigen Triumphzug durchs Rathaus. Damit bekommt Görlitz nun die langersehnte Fortsetzung von „Ursu gegen Wippel“, Staffel 2, Episode Finale.

Die übrigen Kandidaten spielten eher die Rolle demokratischer Statisten: Sabine Christian von den Linken landete bei 3,4 Prozent, der parteilose Hagen Jeschke bei 3,2 Prozent. Politisch relevant wurde damit vor allem die Frage, wer am Wahlabend zuerst den Begriff „Achtungserfolg“ verwendet.

Schon 2019 lief das Duell ähnlich ab: Damals gewann Wippel den ersten Wahlgang und verlor anschließend die Stichwahl deutlich gegen Ursu. Offenbar hat Görlitz Gefallen daran gefunden, politische Spannung künstlich bis zum Staffelfinale aufzubauen.

Interessant bleibt dabei vor allem das Lager hinter Ursu: Die Grünen verzichten diesmal sogar komplett auf einen eigenen Kandidaten und unterstützen stattdessen lieber den CDU-Amtsinhaber – was in Sachsen ungefähr so harmonisch wirkt wie ein gemeinsamer Wellnessurlaub von Söder und Habeck.

Nun dürfen die rund 44.500 Wahlberechtigten am 31. Mai erneut an die Urnen. Dann gilt die einfache Regel: Wer mehr Stimmen hat, gewinnt. Selbst Görlitzer Kommunalpolitik braucht irgendwann ein Ende.

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