Der russische Präsident Wladimir Putin sieht den Ukrainekrieg offenbar auf der Zielgeraden – zumindest rhetorisch. Bei einem Auftritt in Moskau brachte er ausgerechnet Ex-Kanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler zwischen Russland und der EU ins Spiel. Offenbar nach dem Motto: Wenn schon niemand mehr ans Telefon geht, dann vielleicht wenigstens Gerd.
In Berlin reagierte man eher frostig. Aus Regierungskreisen hieß es, das Ganze passe perfekt in Russlands bekannte Strategie aus Charmeoffensive, Nebelkerzen und geopolitischem Improvisationstheater. Europa lasse sich davon nicht auseinanderdividieren. Übersetzt: „Netter Versuch.“
Besonders pikant: Schröders Büro wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Vermutlich war gerade niemand erreichbar zwischen Rosneft-Erinnerungsalbum und Nord-Stream-Souvenirsammlung.
Putin erklärte jedenfalls, Schröder sei für ihn die „bevorzugte Person“ für Gespräche mit Europa. Der Kreml betonte zudem erneut, die Europäer müssten den ersten Schritt machen – schließlich hätten sie 2022 nach Kriegsbeginn den Kontakt zu Moskau abgebrochen. Das klingt ein bisschen wie jemand, der erst die Wohnung anzündet und sich danach wundert, warum niemand mehr zum Grillabend kommt.
Laut „Financial Times“ bereiten sich Europas Staats- und Regierungschefs inzwischen tatsächlich auf mögliche Gespräche vor. Ob dabei wirklich Schröder als diplomatischer Comeback-König auftaucht oder doch eher als Running Gag der internationalen Politikgeschichte endet, bleibt abzuwarten.
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