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EL Nino UNO warnt

padrinan (CC0), Pixabay
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Die Welt steht möglicherweise vor einem außergewöhnlichen Wetterereignis: Ein extrem starker El Niño entwickelt sich im Pazifik und könnte in den kommenden Monaten weltweit für schwere Überschwemmungen, extreme Hitze und verheerende Dürren sorgen. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm und sprechen von einem Wetterphänomen historischen Ausmaßes. Besonders brisant: Der natürliche Klimazyklus trifft auf eine Erde, die durch den menschengemachten Klimawandel bereits deutlich erwärmt ist. Experten befürchten dramatische Auswirkungen auf Landwirtschaft, Infrastruktur und Millionen Menschen.

22. Oktober 2026

Ein Wettergigant erwacht im Pazifik

Was sich derzeit im Pazifischen Ozean entwickelt, könnte weltweit erhebliche Folgen haben. Das Wetterphänomen El Niño nimmt nach Angaben internationaler Klimaexperten außergewöhnliche Ausmaße an.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt davor, dass sich das Ereignis in den kommenden Monaten weiter verstärken könnte. Schon jetzt werden ungewöhnlich hohe Meerestemperaturen gemeldet, die bisherige Beobachtungswerte übertreffen.

Die Warnungen fallen entsprechend deutlich aus. UN-Vertreter bezeichnen den heranwachsenden El Niño als gewaltiges Wetterphänomen, das ganze Regionen mit extremer Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen treffen könnte.

Besonders betroffen sein könnten Lateinamerika, das östliche und südliche Afrika sowie große Teile Asiens und des Pazifikraums.

Für Millionen Menschen könnten die Auswirkungen weit über ein paar ungewöhnlich warme oder regnerische Tage hinausgehen. Ernteausfälle, Wasserknappheit, zerstörte Verkehrswege und steigende Lebensmittelpreise gehören zu den möglichen Folgen.

Was ist El Niño – und warum macht das Phänomen den Meteorologen solche Sorgen?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das in unregelmäßigen Abständen auftritt und seinen Ursprung im tropischen Pazifik hat.

Dabei erwärmen sich große Wassermassen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik stärker als gewöhnlich. Diese Veränderungen beeinflussen die Luftströmungen und können dadurch Wetterabläufe auf der ganzen Welt verändern.

Das Problem: Die Auswirkungen fallen regional völlig unterschiedlich aus.

Während einige Gebiete unter ungewöhnlich heftigen Regenfällen und Überschwemmungen leiden, drohen anderen Regionen extreme Trockenheit und Hitzewellen.

Was für eine Region dringend benötigten Niederschlag bedeutet, kann anderswo zur Katastrophe werden.

Besonders die Landwirtschaft reagiert empfindlich auf solche Veränderungen. Bleibt Regen über längere Zeit aus, können Ernten ausfallen. Fallen dagegen innerhalb kurzer Zeit gewaltige Niederschlagsmengen, drohen Überschwemmungen und die Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen.

Auch Transportwege, Energieversorgung und internationale Lieferketten können beeinträchtigt werden.

Meerestemperaturen erreichen außergewöhnliche Werte

Die Entwicklung im Pazifik bereitet den Wissenschaftlern zunehmend Sorgen.

Nach Angaben der amerikanischen Wetterbehörde NOAA haben die Meerestemperaturen in einer wichtigen Beobachtungsregion des Pazifiks seit Juni wiederholt tägliche Höchstwerte erreicht.

Die WMO hält es für möglich, dass sich der aktuelle El Niño zu einem Ereignis bislang nicht beobachteter Stärke entwickelt.

Celeste Saulo, Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie, bezeichnete die Messwerte als außergewöhnlich. Sie lägen teilweise außerhalb jener Größenordnungen, die mit den über Jahrzehnte verwendeten Überwachungsskalen erfasst wurden.

Der Höhepunkt des Ereignisses wird gegen Ende des Jahres erwartet, möglicherweise im Dezember.

Eine besondere Sorge der Wissenschaftler besteht darin, dass die Auswirkungen auch dann noch anhalten können, wenn die außergewöhnliche Erwärmung des Pazifiks bereits wieder nachlässt.

Damit könnten Wetterextreme bis weit in das Jahr 2027 hinein spürbare Folgen haben.

Wissenschaftler sprechen von einem historischen Ereignis

Auch der amerikanische Klimaforscher Michael Mann von der University of Pennsylvania erwartet einen außergewöhnlich starken El Niño.

Seiner Einschätzung nach könnte das aktuelle Ereignis das stärkste seit Beginn verlässlicher moderner Aufzeichnungen werden.

Allerdings weist er auf eine wichtige wissenschaftliche Einschränkung hin: Die zuverlässigen Messreihen reichen weniger als ein Jahrhundert zurück.

Ob es in weiter zurückliegenden Jahrhunderten ähnlich starke oder sogar stärkere Ereignisse gab, lässt sich deshalb nicht mit derselben Sicherheit beurteilen.

Trotz dieser Einschränkung zeigt sich, wie ernst die Wissenschaft die gegenwärtige Entwicklung nimmt.

Denn El Niño beeinflusst nicht nur regionale Wetterbedingungen, sondern kann auch die globale Durchschnittstemperatur vorübergehend erhöhen.

Klimawandel verschärft die Ausgangslage

Besonders problematisch ist die Kombination aus dem natürlichen El-Niño-Phänomen und der langfristigen menschengemachten Erderwärmung.

Die globale Durchschnittstemperatur ist bereits deutlich gestiegen. Kommt eine starke El-Niño-Phase hinzu, können zusätzliche Temperaturrekorde erreicht werden.

Nach Einschätzung von Michael Mann verstärken sich diese beiden Einflüsse bei besonders intensiven Ereignissen.

Dabei ist allerdings wichtig, zwischen dem natürlichen Klimaphänomen und dem langfristigen Klimawandel zu unterscheiden.

El Niño ist zeitlich begrenzt. Die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung wirkt dagegen über wesentlich längere Zeiträume.

Wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt ist, ob der Klimawandel auch die Stärke künftiger El-Niño-Ereignisse systematisch verändert.

Unstrittig ist hingegen, dass zusätzliche Wärme in einem bereits erwärmten Klimasystem erhebliche Auswirkungen haben kann.

USA bereiten sich auf heftige Unwetter vor

Auch in den Vereinigten Staaten wächst die Besorgnis.

Besonders im Süden des Landes kann ein starker El Niño die Wahrscheinlichkeit für niederschlagsreiche und stürmische Wetterlagen erhöhen.

Die amerikanische Wetterbehörde warnt davor, dass intensive Regenfälle auf ausgetrocknete Böden treffen könnten.

Das klingt zunächst widersprüchlich. Schließlich müsste Regen in trockenen Regionen eigentlich willkommen sein.

Doch ausgedörrte oder wasserabweisende Böden können große Niederschlagsmengen häufig nicht schnell genug aufnehmen.

Die Folge können gefährliche Sturzfluten und Schlammlawinen sein.

Vor allem Kalifornien richtet sich deshalb auf mögliche Probleme ein.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hatte bereits im September vorsorglich den Notstand erklärt, um die Vorbereitung auf mögliche Auswirkungen des Wetterphänomens zu erleichtern.

Auch an der Küste wächst die Sorge. Überflutungen, starke Brandung und gefährdete Verkehrswege könnten in den kommenden Monaten zu erheblichen Problemen führen.

Besonders niedrig gelegene Küstenstraßen gelten als verwundbar.

Lateinamerika zwischen Starkregen und Trockenheit

In Mittel- und Südamerika könnten die Folgen besonders unterschiedlich ausfallen.

Für Teile des westlichen Südamerikas rechnen Meteorologen mit erhöhten Niederschlagsmengen.

Dort könnten starke Regenfälle zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Schäden an der Infrastruktur führen.

Gleichzeitig droht anderen Regionen das genaue Gegenteil.

Teile Mittelamerikas, der südlichen Karibik und des Amazonasgebiets könnten unter ausgeprägter Trockenheit leiden.

Für die betroffenen Menschen wäre dies eine schwierige Situation.

Besonders in ländlichen Regionen hängen Einkommen und Versorgung häufig unmittelbar von ausreichenden Niederschlägen ab.

Bleibt Regen aus, können Wasserreserven schrumpfen und landwirtschaftliche Erträge zurückgehen.

Afrika drohen zwei völlig unterschiedliche Wetterkatastrophen

Auch auf dem afrikanischen Kontinent zeichnet sich eine schwierige Entwicklung ab.

Für Ostafrika erwarten die Wetterexperten während der Regenzeit von Oktober bis Dezember überdurchschnittliche Niederschläge.

Damit steigt das Risiko für Überschwemmungen und schwere Schäden an Straßen, Gebäuden und landwirtschaftlichen Flächen.

Im südlichen Afrika könnte dagegen Trockenheit zum Problem werden.

Mit Beginn der üblichen Regenzeit im November besteht die Gefahr, dass die Niederschläge hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Das könnte die Lebensmittelproduktion beeinträchtigen und die Wasserversorgung verschärfen.

Gerade Regionen, in denen große Teile der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig sind, reagieren empfindlich auf längere Dürreperioden.

Südostasien: Extreme Hitze, Wasserknappheit und Waldbrände

In Südostasien könnten hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge die kommenden Monate prägen.

Besonders problematisch wäre eine Kombination aus Hitze und Trockenheit.

Denn sie erhöht nicht nur den Wasserbedarf, sondern kann auch das Risiko für Wald- und Vegetationsbrände verstärken.

Bereits jetzt gibt es in Teilen der Region Hinweise auf erhöhte Brandgefahr und Rauchbelastung.

Für dicht besiedelte Gebiete können solche Entwicklungen schwerwiegende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben.

Zusätzlich geraten Landwirtschaft und Wasserversorgung unter Druck.

Auch die Weltwirtschaft könnte die Folgen spüren

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines extrem starken El Niño könnten erheblich sein.

Dabei geht es längst nicht nur um unmittelbare Schäden durch Überschwemmungen oder Dürren.

Auch internationale Lieferketten können betroffen sein.

Wenn Flüsse wegen Wassermangels nicht ausreichend befahrbar sind, Häfen durch Unwetter beeinträchtigt werden oder wichtige Verkehrswege überschwemmt werden, kann dies den weltweiten Warenhandel erschweren.

Hinzu kommen mögliche Ernteausfälle.

Steigende Preise für landwirtschaftliche Produkte könnten sich in zahlreichen Ländern bemerkbar machen.

Insbesondere wirtschaftlich schwächere Staaten sind anfällig für solche Entwicklungen.

Das tatsächliche Ausmaß der Schäden lässt sich derzeit allerdings nicht zuverlässig beziffern. Die wirtschaftlichen Folgen hängen davon ab, wo und wie stark die erwarteten Wetterextreme tatsächlich auftreten.

Und was bedeutet El Niño für Europa und Deutschland?

Auch für Europa ist die Entwicklung von Bedeutung, wenngleich die unmittelbaren Auswirkungen weniger eindeutig vorherzusagen sind.

Anders als in einigen tropischen Regionen besteht für Deutschland kein einfacher, verlässlicher Zusammenhang zwischen einem starken El Niño und einem bestimmten Winterwetter.

Ob der Winter besonders mild, kalt, trocken oder niederschlagsreich ausfällt, hängt hier von zahlreichen weiteren atmosphärischen Faktoren ab.

Es wäre deshalb unseriös, allein aus dem starken El Niño einen konkreten deutschen Winterverlauf abzuleiten.

Indirekte Auswirkungen sind dennoch möglich.

Wenn extreme Wetterereignisse weltweit Ernten beeinträchtigen oder Transportketten stören, kann sich dies auch auf internationale Märkte und damit auf Verbraucher in Europa auswirken.

Fazit: Die Welt muss sich auf schwierige Monate einstellen

Die Warnungen der internationalen Wetterexperten sind ernst zu nehmen.

Ein möglicherweise historisch starker El Niño trifft auf eine Welt, die bereits mit den Folgen der globalen Erwärmung konfrontiert ist.

Besonders gefährdet sind Regionen, in denen Menschen stark von der Landwirtschaft abhängig sind, Infrastruktur nur begrenzt gegen Extremwetter geschützt ist oder Wasser ohnehin knapp zur Verfügung steht.

Allerdings bedeutet selbst ein außergewöhnlich starker El Niño nicht, dass sämtliche prognostizierten Katastrophen überall eintreten werden.

Wetterprognosen beschreiben Wahrscheinlichkeiten und Risiken. Die tatsächlichen Auswirkungen können regional erheblich von den Erwartungen abweichen.

Entscheidend werden deshalb eine frühzeitige Vorbereitung, funktionierende Warnsysteme und eine enge internationale Zusammenarbeit sein.

Die Botschaft der Meteorologen ist eindeutig: Die kommenden Monate könnten weltweit außergewöhnliche Wetterbelastungen bringen. Wie schwer die Folgen ausfallen, hängt jedoch nicht allein von der Natur ab, sondern auch davon, wie gut sich Staaten und Gesellschaften darauf vorbereiten.

Denn El Niño lässt sich nicht abschalten. Seine schlimmsten Folgen können durch rechtzeitiges Handeln aber zumindest begrenzt werden.

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