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Abhörverdacht bei OpenAI: Staatsanwaltschaft verweist auf mögliche saudische Unterstützung

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Im Verfahren gegen einen früheren OpenAI-Mitarbeiter erheben US-Staatsanwälte weitere Vorwürfe. Der 35-jährige saudische Staatsbürger Abdulrahman Alfozan soll ein Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum des KI-Unternehmens versteckt haben. In einem Gerichtsschriftsatz führen die Ermittler außerdem angebliche Verbindungen zu saudischen Regierungs- und Militärkreisen an. Eine staatliche Beauftragung ist damit bislang nicht bewiesen.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft stand Alfozan häufig mit einem Mitglied der saudischen Königsfamilie in Kontakt. Zudem soll ein Angehöriger des saudischen Militärs nach seiner Festnahme einen einfachen Flug für seine Ehefrau und seinen Sohn bezahlt haben. Die Anklagebehörde begründet damit ihre Einschätzung, dass Fluchtgefahr bestehe, und fordert seine weitere Inhaftierung bis zum Prozess.

Das mutmaßliche Aufnahmegerät wurde nach dem Bericht am 30. September entdeckt. Es soll an der Rückseite eines Fernsehers in einem Konferenzraum angeschlossen und mit Toilettenpapier verdeckt gewesen sein. Anschließend installierte das Unternehmen eine Kamera. Am 5. Oktober sei Alfozan dabei aufgenommen worden, wie er den Raum betrat und hinter den Fernseher blickte.

Das FBI nahm ihn am 9. Oktober fest. OpenAI beendete daraufhin das Vertragsverhältnis mit dem Ingenieur, der etwa ein Jahr für das Unternehmen gearbeitet hatte.

Die Staatsanwaltschaft sieht mögliche Risiken für die nationale Sicherheit der USA. In dem betreffenden Raum sollen während des vermuteten Einsatzzeitraums des Geräts auch Gespräche zwischen Unternehmensvertretern und Regierungsbeamten stattgefunden haben. Welche Inhalte tatsächlich aufgezeichnet wurden und ob Informationen weitergegeben wurden, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor.

Laut Gerichtsschriftsatz war bereits vor der Festnahme eine einfache Flugreise von San Francisco nach Riad für Alfozan und seine Familie vorgesehen. Seine Ehefrau habe gegenüber FBI-Ermittlern erklärt, ihr US-Visum laufe aus und die Familie plane eine dauerhafte Rückkehr nach Saudi-Arabien. Am Tag nach der Festnahme reisten sie und der gemeinsame Sohn nach Doha. Die dafür verwendeten Businessclass-Tickets soll der saudische Militärangehörige gebucht und bezahlt haben.

Eine Stellungnahme der saudischen Regierung lag dem Bericht zufolge zunächst nicht vor. Auch eine Darstellung der Verteidigung wird darin nicht wiedergegeben. Die FBI-Ermittlungen dauern an.

Alfozan soll am Montag vor einem Bundesgericht in San Francisco erscheinen. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm nach den berichteten Angaben bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die behaupteten Kontakte und Reisezahlungen sind von der bislang offenen Frage zu unterscheiden, ob eine ausländische Regierung an dem mutmaßlichen Abhörversuch beteiligt war.

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