Mexiko hat sein WM-Eröffnungsspiel gewonnen. Die drei Punkte stehen, die Party lief, die Tribünen bebten – und trotzdem bleibt das Gefühl, dass die Gastgeber noch deutlich Luft nach oben haben. Es war einer dieser Siege, die auf dem Papier souverän aussehen, auf dem Rasen aber eher nach Arbeitsschicht als nach Fußballfest wirkten.
Dabei spielte die eigentliche Hauptrolle ohnehin nicht die Mannschaft, sondern das Stadion. Das einstige Aztekenstadion erinnerte die Welt daran, warum dieser Ort Fußballgeschichte atmet. Während die FIFA mit Shakira, Lichteffekten und Hochglanzshow auf Nummer sicher ging, lieferte die Arena selbst die größten Emotionen. Hier wurden Legenden geboren, hier fielen Jahrhunderttore – und nun begann auch die WM 2026.
Südafrika hingegen wirkte, als hätte die Größe des Augenblicks schwer auf den Schultern gelegen. Zwei Platzverweise, viele Fehler und kaum Rhythmus machten den Abend für die Bafana Bafana zu einer frustrierenden Angelegenheit. Wer gehofft hatte, die Afrikaner würden den Gastgeber ins Wanken bringen, musste stattdessen beobachten, wie sie sich zunehmend selbst aus dem Spiel nahmen.
Mexiko tat genau das, was Gastgeber tun müssen: gewinnen. Nicht glänzen, nicht zaubern, sondern gewinnen. Der Kampfgeist stimmte, die Leidenschaft sowieso. Und als Raul Jiménez nach seinem Treffer unter Tränen an seinen verstorbenen Vater erinnerte, bekam dieses Eröffnungsspiel den emotionalen Moment, der ihm fußballerisch über weite Strecken fehlte.
Am Ende bleiben drei Erkenntnisse: Mexiko ist erfolgreich, aber noch nicht überzeugend. Südafrika muss sich schnell fangen. Und das alte Aztekenstadion kann auch 2026 noch die große Bühne stehlen – selbst den Akteuren auf dem Rasen.
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