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Wiedersehen vor dem Abschied: Eltern dürfen krebskranken Sohn kurz vor seinem Tod noch einmal in die Arme schließen

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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Es sind Bilder, die tief berühren. Nach Wochen der Angst, Verzweiflung und Trennung konnten zwei in den USA festgehaltene mexikanische Eltern ihren todkranken Sohn noch einmal sehen – nur einen Tag bevor der 18-Jährige an Krebs starb.

Kevin González, US-Staatsbürger mit mexikanischen Wurzeln, erlag am Sonntag einer schweren Krebserkrankung im Endstadium. Kurz zuvor war ihm noch ein letzter Wunsch erfüllt worden: seine Eltern wiederzusehen.

Wochenlang getrennt

Die Geschichte der Familie bewegt derzeit viele Menschen in den USA und Mexiko gleichermaßen.

Kevins Eltern, Isidoro González Avilés und Norma Anabel Ramírez Amaya, waren im April an der Grenze in Arizona festgenommen worden, nachdem sie versucht hatten, erneut in die USA einzureisen. Sie wollten zu ihrem schwerkranken Sohn, nachdem bei ihm Darmkrebs im vierten Stadium diagnostiziert worden war.

Doch statt einer humanitären Lösung folgten Haft und Abschiebung.

Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums waren beide zuvor bereits deportiert worden und hatten deshalb keine Visa erhalten. Die Eltern berichten hingegen, sie hätten verzweifelt jede Möglichkeit gesucht, um ihren Sohn noch einmal sehen zu können.

Bewegende Szenen in Mexiko

Erst nach ihrer Abschiebung nach Mexiko konnten sie schließlich nach Durango reisen, wo Kevin auf sie wartete.

Die Wiedersehensbilder gingen durch die Medien: Tränen, Umarmungen, erschöpfte Gesichter – und ein junger Mann, der sichtbar von der Krankheit gezeichnet war.

„Danke, dass meine Familie wenigstens die Möglichkeit bekommen hat, sich noch einmal zu sehen“, sagte Kevin kurz nach dem Wiedersehen.

Sein Vater sprach davon, dass sich damit „der letzte Traum seines Sohnes“ erfüllt habe.

„Wir wollten einfach nur bei ihm sein“, sagte er. „Wir haben alles versucht.“

Die Mutter hielt ihren Sohn weinend im Arm:
„Diese Tränen sind Tränen der Liebe und des Glücks, ihn noch einmal berühren zu dürfen.“

Kritik an den Behörden wächst

Der Fall sorgt inzwischen auch politisch für Diskussionen. Kritiker werfen den US-Behörden mangelnde Menschlichkeit vor.

Die demokratische Kongressabgeordnete Delia Ramirez erklärte:
„Diese Familie auseinanderzureißen hat niemanden sicherer gemacht.“

Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren den Umgang mit Familien in Abschiebeverfahren und die Bedingungen in US-Hafteinrichtungen.

Kevins Vater berichtete, man habe ihn und seine Frau „wie Kriminelle“ behandelt – mit Hand- und Fußfesseln bei Gerichtsterminen.

Ein letzter Muttertag

Besonders tragisch: Kevin hatte noch davon gesprochen, den Muttertag mit „ganz vielen Umarmungen“ feiern zu wollen.

Nur wenige Stunden später starb er.

Zurück bleibt eine Familie, die wenigstens noch einen letzten gemeinsamen Tag erleben durfte – und ein Fall, der die Debatte über Migration, Abschiebung und Menschlichkeit in den USA erneut entfacht.

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