Trotz einer starken persönlichen Leistung zeigte sich Victor Wembanyama nach der Niederlage der San Antonio Spurs gegen die Oklahoma City Thunder überraschend selbstkritisch.
Die Spurs verloren Spiel drei der Western-Conference-Finals mit 108:123 und liegen in der Best-of-Seven-Serie nun mit 1:2 zurück.
Dabei hatte San Antonio furios begonnen und in den ersten Minuten sogar mit 15:0 geführt. Doch anschließend übernahm Oklahoma City zunehmend die Kontrolle über das Spiel.
Wembanyama war mit 24 Punkten erneut bester Werfer der Spurs. Trotzdem machte der 22-Jährige nach der Partie deutlich, dass er mehr Verantwortung übernehmen müsse.
„Ich habe aktuell Probleme damit, meine Mitspieler besser zu machen“, erklärte der französische Superstar.
Neben Wembanyama erreichte nur Devin Russell mit 20 Punkten überhaupt eine nennenswerte offensive Unterstützung. Genau darin sieht der junge Center offenbar selbst eines der größten Probleme.
„Meine Wurfquoten sind nicht schlecht“, sagte Wembanyama weiter. „Aber ich muss besser rebounden, besser das Spiel organisieren und die Verteidigung noch stärker beschäftigen, damit meine Mitspieler profitieren.“
Die Aussagen zeigen, wie hoch der Eigenanspruch des Franzosen inzwischen ist.
Schon im ersten Spiel der Serie hatte Wembanyama NBA-Geschichte geschrieben:
Beim 122:115-Sieg wurde er der jüngste Spieler überhaupt, der in einem Playoff-Spiel mindestens 40 Punkte und 20 Rebounds erzielte.
Auch in Spiel zwei überzeugte er mit 21 Punkten und 17 Rebounds – trotzdem verloren die Spurs auch diese Partie.
Besonders beeindruckend war diesmal allerdings die Tiefe des Thunder-Kaders.
Die Bankspieler von Oklahoma City erzielten insgesamt 76 Punkte – so viele wie keine Ersatzbank in einem Conference-Finale seit Einführung des heutigen Playoff-Formats im Jahr 1984.
NBA-MVP Shai Gilgeous-Alexander steuerte 26 Punkte und 12 Assists bei. Auch Jared McCain überzeugte mit 24 Punkten.
Für die Spurs wächst damit der Druck vor Spiel vier, das erneut in San Antonio stattfinden wird.
Denn eines wird immer deutlicher:
Victor Wembanyama besitzt bereits jetzt Superstar-Niveau –
doch selbst er weiß offenbar, dass individuelle Glanzleistungen allein nicht reichen, um eine Meisterschaft zu gewinnen.
Und genau diese Erkenntnis könnte für den jungen Franzosen langfristig fast noch wichtiger werden als jeder persönliche Rekord.
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