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Schwere Explosion in chinesischem Kohlebergwerk – mindestens 90 Tote

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Bei einer schweren Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in China sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Es handelt sich um das schwerste Grubenunglück des Landes seit mehr als zehn Jahren.

Die Explosion ereignete sich am Freitagabend in der Provinz Shanxi im Norden Chinas. Betroffen ist das Kohlebergwerk Liushenyu in der Stadt Changzhi im Landkreis Qinyuan.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich nach Angaben staatlicher Medien fast 250 Arbeiter unter Tage. Rund 201 Menschen konnten bislang gerettet werden. Mehr als 120 Verletzte werden derzeit in Krankenhäusern behandelt. Ob sich noch weitere Bergleute unter Tage befinden, ist weiterhin unklar.

Die Rettungsarbeiten dauern auch viele Stunden nach dem Unglück noch an. Hunderte Einsatzkräfte suchen in den zerstörten Stollen nach Überlebenden.

Nach ersten Informationen sollen stark erhöhte Kohlenmonoxidwerte in der Mine festgestellt worden sein. Die genaue Ursache der Explosion wird derzeit untersucht.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ordnete eine umfassende Rettungsaktion an und forderte eine vollständige Aufklärung der Katastrophe. Gleichzeitig kündigten die Behörden Konsequenzen und mögliche strafrechtliche Schritte an.

Bereits kurz nach dem Unglück wurde der Verantwortliche des Betreiberunternehmens unter behördliche Kontrolle gestellt – ein Begriff, der in China häufig auf eine Festnahme hindeutet.

Ein überlebender Bergarbeiter schilderte im Staatsfernsehen dramatische Szenen. Er habe plötzlich Rauch bemerkt und starken Schwefelgeruch wahrgenommen. Kurz darauf seien Arbeiter durch die Rauchgase zusammengebrochen. Er selbst verlor ebenfalls das Bewusstsein und konnte sich erst später gemeinsam mit anderen Verletzten aus der Mine retten.

Kohlebergbau gilt in China trotz verbesserter Sicherheitsvorschriften weiterhin als extrem gefährlich. Zwar gingen die Opferzahlen im Vergleich zu den frühen 2000er-Jahren deutlich zurück, dennoch kommt es immer wieder zu schweren Unglücken.

Erst 2023 starben bei einem Grubeneinsturz in der Inneren Mongolei mehr als 50 Menschen.

China ist weiterhin stark von Kohle abhängig. Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wird durch Kohle gedeckt. Die Provinz Shanxi zählt dabei zu den wichtigsten Förderregionen des Landes und produziert mehr als ein Viertel der chinesischen Kohle.

Das aktuelle Unglück dürfte die Diskussion über Sicherheitsstandards im chinesischen Bergbau erneut verschärfen.

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