Also irgendwann reicht’s halt auch mal.
Ja, klar:
Am Ende irgendwie durchgekommen.
Irgendwie gerettet.
Irgendwie noch das Minimalziel erreicht.
Aber ganz ehrlich?
Als Fan von Arminia Bielefeld kann ich mir so eine Saison nervlich nicht jedes Jahr geben.
Wochenlang Angst.
Wochenlang Zittern.
Wochenlang dieses Gefühl:
„Heute verlieren wir wieder gegen irgendeinen Abstiegskandidaten.“
Und dann heißt es hinterher immer:
„Die Mannschaft lebt.“
„Der Charakter stimmt.“
„Die Entwicklung ist positiv.“
Welche Entwicklung denn bitte?
Wenn ich als Fan bis zum letzten Spieltag Herzrhythmusstörungen bekomme, dann läuft grundsätzlich schon mal irgendwas gewaltig falsch.
Ja, dieses eine Spiel war stark.
Da hat man endlich mal gesehen, was eigentlich möglich wäre.
Endlich Kampf.
Endlich Leidenschaft.
Endlich mal Fußball, bei dem man sich nicht nach 20 Minuten fragt, warum man sich das freiwillig antut.
Aber genau das ist ja das Problem:
Ein einziges überzeugendes Spiel reicht doch nicht als Zukunftskonzept.
Man kann doch nicht ernsthaft sagen:
„Super Trainer, unbedingt weitermachen!“
…wenn man vorher monatelang Fußball gesehen hat, bei dem selbst der Ball teilweise keinen Bock mehr hatte.
Und genau deshalb verstehe ich jeden Fan, der sagt:
Mit so einem Trainer will ich nicht in die nächste Saison gehen.
Denn worauf soll man hoffen?
Auf das nächste Wunder?
Auf den nächsten Last-Minute-Klassenerhalt?
Auf weitere 34 Spieltage Dauerstress?
Arminia braucht endlich wieder:
- klare Ideen,
- mutigen Fußball,
- Stabilität
und vor allem eine Mannschaft, die von Anfang an zeigt:
„Wir wollen hier oben angreifen.“
Dieses ständige Verwalten, Reagieren und Schönreden macht einen Verein kaputt.
Die Fans in Bielefeld sind leidensfähig.
Mehr als genug sogar.
Aber irgendwann willst du als Anhänger halt auch mal wieder stolz ins Stadion gehen und nicht jedes Wochenende hoffen, dass der nächste Totalschaden ausbleibt.
Und genau deshalb reicht mir persönlich dieses eine gute Spiel eben nicht.
Für einen echten Neuanfang braucht es mehr.
Viel mehr.
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