Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 liefert schon vor dem ersten Anpfiff ihre ersten absurden Schlagzeilen.
Während andere Nationalteams über Taktik, Fitness oder neue Trikots diskutieren, heißt es bei der Demokratische Republik Kongo aktuell:
„Bitte 21 Tage isolieren.“
Ja, richtig gelesen.
Die Mannschaft aus dem Kongo darf nur dann in die USA zur WM einreisen, wenn sie vorher wochenlang in einer streng überwachten „Bubble“ in Belgien bleibt – wegen des aktuellen Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika.
Willkommen bei der wohl einzigen WM-Vorbereitung der Welt, die klingt wie eine Mischung aus Fußballturnier und Pandemie-Netflix-Serie.
Die geplante Vorbereitung in Kinshasa wurde komplett gestrichen.
Stattdessen trainiert das Team jetzt in Belgien.
Unter Beobachtung.
Unter Isolation.
Und vermutlich mit mehr medizinischen Vorschriften als manche Intensivstation.
Die amerikanischen Behörden machen dabei offenbar keinerlei Spaß.
Andrew Giuliani, Leiter der WM-Taskforce des Weißen Hauses, formulierte die Botschaft ungefähr so subtil wie ein Platzverweis in der ersten Minute:
Wenn die Bubble platzt, könnte das ganze Team die WM verpassen.
Kurz gesagt:
Ein falscher Kontakt.
Ein Verdachtsfall.
Ein Spieler mit Fieber.
Und plötzlich wird aus der WM-Reise ganz schnell ein Rückflugticket.
Besonders bitter:
Die meisten Spieler der DR Kongo leben ohnehin längst in Europa und hatten mit dem eigentlichen Ebola-Gebiet praktisch nichts zu tun.
Aber Regeln sind Regeln.
Die USA haben inzwischen Einreiseverbote für Personen verhängt, die sich zuletzt im Kongo, Uganda oder Südsudan aufgehalten haben.
Und plötzlich wirkt Fußball nebensächlich.
Denn während Fans sonst über Aufstellungen, Taktik oder Gruppengegner diskutieren, geht es hier plötzlich um:
Quarantäne.
Infektionsschutz.
Symptome.
Isolation.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte das Risiko des Ebola-Ausbruchs inzwischen sogar auf „sehr hoch“ ein.
Das klingt ungefähr nach der medizinischen Version von:
„Das könnte richtig unangenehm werden.“
Für die Spieler bedeutet das jetzt:
Keine Freiheit.
Keine spontanen Reisen.
Keine privaten Kontakte außerhalb der Bubble.
Im Prinzip lebt die Mannschaft aktuell wie eine streng überwachte Reality-TV-Gruppe –
nur ohne Voting und Dschungelprüfung.
Und trotzdem:
Sportlich will die DR Kongo natürlich unbedingt zur WM.
In der Gruppenphase warten mit Portugal, Kolumbien und Usbekistan ohnehin schon schwere Gegner.
Jetzt kämpft das Team zusätzlich noch gegen Bürokratie, Gesundheitsregeln und die Angst vor einem kompletten WM-Ausschluss.
Fußball schreibt eben manchmal Geschichten, die selbst Drehbuchautoren für übertrieben halten würden.
Und irgendwo sitzt vermutlich gerade ein FIFA-Funktionär und denkt:
„Vielleicht war die alte Diskussion über zu heiße Stadien doch gar nicht unser größtes Problem.“
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