Startseite Allgemeines Warum die Reichen in den USA immer reicher werden
Allgemeines

Warum die Reichen in den USA immer reicher werden

hbschw (CC0), Pixabay
Teilen

Die wirtschaftliche Kluft in den Vereinigten Staaten hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv ausgeweitet – Experten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft: Während die oberen Einkommensschichten ihr Vermögen rapide ausbauen, bleibt für den Rest der Bevölkerung nur ein Bruchteil des Wachstums übrig.

Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

1989 hielten die Haushalte der obersten 10 % noch 32 % des gesamten US-Vermögens. Bis 2025 stieg dieser Anteil auf 68 %. Besonders in den letzten drei Jahren, geprägt von der Inflation, wurde die Kluft noch breiter.

Die Nettoeinkommen und Vermögenswerte der oberen 1 % wuchsen um 30 % in drei Jahren, während die mittleren 40 % nur um unter 10 % zulegten. Der Grund liegt vor allem in Immobilien, Aktien und Inflation.

Immobilien: Zugang nur für Wohlhabende

Die obersten 20 % besitzen mehr als die Hälfte des Immobilienvermögens der USA, während die unteren 20 % gerade einmal 3 % halten. Historisch niedrige Hypothekenzinsen nach der Pandemie ermöglichten den Besitzern von Immobilien, 430 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital freizuschalten – ein Vorteil, von dem einkommensschwache Haushalte kaum profitierten.

Aktienmarkt: Wachstum für Wenige

Über drei Viertel aller Finanzvermögen, einschließlich Aktien, gehören den obersten 20 %; über ein Viertel allein dem obersten 1 %. Der S&P 500 stieg in den letzten drei Jahren um 86,2 %, während Bargeld durchschnittlich kaum an Wert gewann.

Inflation trifft die unteren Einkommensgruppen härter

Niedrigere Einkommensgruppen geben einen größeren Anteil ihres Einkommens für Wohnraum und Lebensmittel aus – die Preise für diese Güter stiegen zwischen 2005 und 2023 um 57 %, während die oberen 20 % nur 46 % bezahlen mussten. Inflation trifft also die ärmeren Amerikaner härter.

Konsum: Reiche treiben die Nachfrage

Haushalte mit weniger als 40.000 US-Dollar Jahreseinkommen reduzierten ihren Konsum während der Inflationskrise, während wohlhabende Haushalte mit über 125.000 US-Dollar ihr inflationsbereinigtes Konsumwachstum um 7,6 % steigerten. Das verstärkt die Nachfrage nach Gütern, was wiederum Preise hoch hält – ein Teufelskreis für die unteren Einkommensschichten.

Fazit: Reiche Amerikaner haben nicht nur mehr Geld, sondern auch besseren Zugang zu Vermögenswachstumsquellen wie Immobilien und Aktien, und sie sind besser gegen Inflation abgesichert. So wird die Kluft zwischen Arm und Reich in den USA immer größer.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Sachsen: Regieren im Leerlauf ist kein Zukunftsmodell

Michael Kretschmer verkauft das sächsische Modell der wechselnden Mehrheiten gerne als demokratische...

Allgemeines

United-Airlines-Flug nach Zwischenfall mit Passagier umgeleitet

Ein Flug der US-Fluggesellschaft United Airlines von Chicago nach Minneapolis musste am...

Allgemeines

Künstler sagen Auftritte bei Trump-nahem Jubiläumsfestival ab – Trump übernimmt selbst die Eröffnung

Mehrere bekannte Musiker haben ihre Teilnahme an einer Konzertreihe zum 250. Geburtstag...

Allgemeines

Billigflieger in Turbulenzen: Stirbt nach Spirit bald auch Frontier?

Die amerikanische Luftfahrtbranche erlebt derzeit ihr ganz eigenes Reality-TV-Format: „Deutschland sucht den...