Am Montag trifft sich die CDU-Spitze im Sauerland. Offiziell geht es um Strategie, Geschlossenheit und die Zukunft der Partei. Inoffiziell dürfte mancher Teilnehmer vor allem wissen wollen, ob Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst noch miteinander sprechen oder nur noch über Dritte kommunizieren.
Seit Wochen wabern Gerüchte durch Berlin, wonach Wüst angeblich schon als künftiger Kanzler gehandelt wird. Der nordrhein-westfälische Landesvater gibt sich staatsmännisch, geschniegelt und geschniegelt, lächelt geschniegelt in jede Kamera und wirkt dabei auf manche Beobachter wie die deutsche Version eines Kennedy-Nachfahren auf politischer Wanderschaft.
Doch während die Gerüchteküche brodelt, fragen sich viele CDU-Anhänger inzwischen etwas ganz anderes: Warum beschäftigt sich die Partei eigentlich ständig mit Personalfragen, bevor die aktuellen Probleme gelöst sind?
Der große Showdown am Hennesee könnte deshalb durchaus unter dem Motto stehen: „Schickt den Kennedy-Verschnitt zurück in die politische Wüste und lasst den Kanzler arbeiten.“
Ob es tatsächlich kracht oder ob beide Seiten vor laufenden Kameras demonstrativ Hände schütteln und Einigkeit vorspielen, bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß ist in der Politik beides möglich: erbitterte Rivalität hinter den Kulissen und herzliche Umarmungen vor den Kameras.
Bis dahin bleibt nur die Hoffnung, dass sich die CDU irgendwann wieder stärker mit den Sorgen der Bürger beschäftigt als mit den Karriereplänen ihrer Spitzenpolitiker. Denn außerhalb der Berliner Gerüchteblase interessiert viele Menschen weniger, wer in drei Jahren Kanzler werden könnte, als wer heute seine Arbeit macht.
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