Der mit einem Grammy ausgezeichnete US-Rapper Lil Durk ist in einem aufsehenerregenden Bundesprozess in Los Angeles von sämtlichen Vorwürfen im Zusammenhang mit einem angeblich geplanten Auftragsmord freigesprochen worden.
Der 33-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Durk Devontay Banks heißt, war 2024 festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, einen Rachemord an dem Rapper Quando Rondo organisiert zu haben. Bei einem Angriff im August 2022 an einer Tankstelle in Los Angeles blieb Rondo unverletzt, sein Cousin Saviay’a Robinson wurde jedoch erschossen.
Nach drei Tagen Beratung kam die Jury nun zu dem Ergebnis, dass die Vorwürfe gegen Lil Durk nicht ausreichend bewiesen waren. Vor dem Gerichtsgebäude jubelten zahlreiche Unterstützer über den Freispruch.
Der Rapper musste sich insgesamt wegen fünf schwerer Straftatbestände verantworten, darunter Verschwörung und Auftragsmord mit Todesfolge. Bei einer Verurteilung hätte ihm eine lebenslange Haftstrafe gedroht.
Sein Verteidiger Drew Findling erklärte nach dem Urteil, Lil Durk sei für die Entscheidung der Geschworenen äußerst dankbar.
Die Anklage hatte behauptet, der Rapper habe die Tötung von Quando Rondo als Vergeltung für den Tod seines engen Weggefährten King Von geplant. King Von, ebenfalls Mitglied des von Lil Durk gegründeten Musiklabels OTF, war 2020 bei einer Schießerei in Atlanta ums Leben gekommen.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Lil Durk anschließend signalisiert haben, Geld für die Tötung Rondos zahlen zu wollen. Die Ermittler argumentierten außerdem, der Musiker habe in sozialen Netzwerken unter Druck gestanden, den Tod von King Von zu rächen.
Im Prozess sagten mehrere ehemalige Weggefährten gegen Lil Durk aus. Drei Zeugen hatten zuvor mit der Staatsanwaltschaft Vereinbarungen getroffen und belasteten den Rapper sowie zwei Mitangeklagte.
Die Jury folgte der Argumentation der Anklage jedoch nicht.
Die beiden Mitangeklagten Deandre „OTF Dede“ Wilson und David „Browneyez“ Lindsey wurden ebenfalls vom Vorwurf des Auftragsmordes freigesprochen. Sie wurden allerdings wegen Stalkings und Verschwörung zum Stalking schuldig gesprochen.
Für Lil Durk bedeutet der Freispruch allerdings noch nicht das Ende seiner juristischen Probleme.
Der Rapper bleibt weiterhin in Haft, da ihm ein weiteres Verfahren bevorsteht. Am 5. Oktober soll ein zweiter Prozess beginnen. Dort muss er sich wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität, Mord und Waffenbesitz verantworten.
Die Staatsanwaltschaft zeigte sich nach dem Urteil enttäuscht und kündigte an, im zweiten Verfahren weitere Beweise vorzulegen.
Lil Durk gehört zu den erfolgreichsten US-Rappern der vergangenen Jahre. Seit 2019 erreichten sieben seiner Alben die Top Fünf der US-Billboard-Charts. Er arbeitete unter anderem mit Drake und J Cole zusammen.
2024 gewann er für den Song „All My Life“ gemeinsam mit J Cole den Grammy für die beste melodische Rap-Performance.
Der Freispruch ist damit zwar ein bedeutender juristischer Erfolg für den Musiker – endgültig ausgestanden sind seine rechtlichen Probleme jedoch noch lange nicht.
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