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Trumps Potemkin’sches Dorf mit chinesischem Rosengarten

MIH83 (CC0), Pixabay
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Donald Trump kehrt vom Treffen mit Xi Jinping zurück – bewaffnet mit „fantastischen Handelsdeals“, „historischen Erfolgen“ und vermutlich mindestens drei selbst geschriebenen Superlativen. Das Problem: Niemand weiß so genau, wo diese Deals eigentlich sind.

Während Trump nach dem Gipfel von gigantischen Erfolgen schwärmte, reagierten die Finanzmärkte ungefähr so begeistert wie ein Teenager auf Hausaufgaben. Besonders peinlich: Trump verkündete stolz, China werde 200 Boeing-Flugzeuge kaufen. An der Börse hatte man allerdings eher mit 500 gerechnet. Die Boeing-Aktie fiel prompt um vier Prozent. Offenbar hatte selbst die Wall Street größere Fantasie als das Weiße Haus.

Auch sonst blieb vieles erstaunlich… unsichtbar.

Große Fortschritte bei Energie, Landwirtschaft, Hightech-Chips, seltenen Erden? Laut den USA ja. Laut China? Schulterzucken. Peking bestätigte praktisch nichts – außer, dass man künftig vielleicht weiter miteinander reden wolle. Revolutionär.

Besonders charmant war dabei die diplomatische Choreografie:
Trump bezeichnete Xi wiederholt als „Freund“, Xi wiederum erklärte höflich, man solle lieber Partner als Feinde sein – direkt nachdem er Washington in feinster Diplomatensprache daran erinnerte, dass Taiwan durchaus zu einem „äußerst gefährlichen Konflikt“ führen könne. Frei übersetzt: „Schön, dass ihr da wart. Macht keinen Blödsinn.“

Während Trump also versuchte, den großen Dealmaker zu geben, nutzte Xi das Treffen eher wie eine geopolitische Modenschau: maximale Kontrolle, perfekte Bilder, klare Botschaft. China präsentierte sich als Weltmacht auf Augenhöhe – und Trump lieferte freiwillig die Kulisse dazu.

Der eigentliche Star des Gipfels war ohnehin nicht Boeing, Taiwan oder Soja. Sondern ein Rosenbeet.

Beim gemeinsamen Spaziergang soll Trump die Rosen im Garten bewundert haben. Xi versprach daraufhin großzügig, ihm Rosensamen zu schicken. Man könnte sagen: Der greifbarste „Deal“ des Gipfels betrifft derzeit tatsächlich Blumen.

Vielleicht wachsen also bald chinesische Rosen vor dem Weißen Haus. Die Handelsabkommen hingegen müssen offenbar noch etwas gegossen werden.

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