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Alfreds WM-Kommentar: Die FIFA verkauft den Fußball an die Reichen

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Es gab einmal eine Zeit, da war Fußball der Sport der Arbeiter, der Familien und der Menschen, die sich Woche für Woche auf den Rängen trafen, um ihre Mannschaft anzufeuern. Heute, im Zeitalter von FIFA-Präsident Gianni Infantino, scheint Fußball immer mehr zum Luxusprodukt für Besserverdienende und VIP-Kunden zu werden.

Wer sich die Ticketpreise für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ansieht, reibt sich verwundert die Augen. Für viele Spiele werden Summen aufgerufen, für die man früher einen gebrauchten Kleinwagen kaufen konnte. Besonders bei den K.-o.-Spielen und dem Finale bewegen sich die Preise teilweise in Regionen, die für normale Familien schlicht unerreichbar sind.

Man fragt sich unweigerlich: Für wen wird diese Weltmeisterschaft eigentlich veranstaltet?

Für die Fans, die seit Jahrzehnten ihre Nationalmannschaften begleiten? Für die Familien, die ihren Kindern einmal das Erlebnis einer Weltmeisterschaft ermöglichen möchten? Oder für Investoren, Sponsoren und Menschen, die sich ohne mit der Wimper zu zucken mehrere tausend Dollar für einen Stadionbesuch leisten können?

Unter Gianni Infantino wird die FIFA nicht müde, von Inklusion, Vielfalt und der weltweiten Fußballfamilie zu sprechen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Während in Sonntagsreden vom Fußball für alle geschwärmt wird, werden die Stadien immer stärker zu exklusiven Eventarenen für diejenigen, die über die nötige Finanzkraft verfügen.

Natürlich kostet die Organisation einer Weltmeisterschaft Geld. Niemand erwartet Eintrittskarten für wenige Euro. Doch wenn ein Stadionbesuch für eine vierköpfige Familie inklusive Anreise, Unterkunft und Tickets schnell mehrere Monatsgehälter verschlingen kann, läuft etwas grundlegend falsch.

Der Fußball lebt von seiner Leidenschaft. Von den Fans, die bei Wind und Wetter hinter ihrer Mannschaft stehen. Von den Menschen, die sparen, um einmal im Leben ihre Nationalelf bei einer Weltmeisterschaft zu sehen. Genau diese Menschen werden jedoch zunehmend aus den Stadien verdrängt.

Die FIFA hat den Fußball zu einem milliardenschweren Geschäft gemacht. Rekordeinnahmen werden gefeiert, Sponsorenverträge in Milliardenhöhe abgeschlossen und immer neue Wettbewerbe geschaffen. Gleichzeitig scheint man aus den Augen zu verlieren, wer den Fußball überhaupt groß gemacht hat.

Gianni Infantino spricht gerne davon, den Fußball global weiterzuentwickeln. Doch Entwicklung darf nicht bedeuten, dass sich nur noch Wohlhabende den Besuch einer Weltmeisterschaft leisten können. Fußball ist kein exklusiver Luxusurlaub und kein Event für eine finanzielle Elite.

Eine Weltmeisterschaft sollte ein Fest für die Menschen sein. Für Arbeiter, Studenten, Familien, Rentner und Jugendliche. Für diejenigen, die den Fußball lieben – nicht nur für diejenigen, die über ein prall gefülltes Bankkonto verfügen.

Wenn die FIFA diesen Grundsatz vergisst, riskiert sie das Wertvollste, was der Fußball besitzt: seine Nähe zu den Menschen.

Denn Fußball gehört nicht den Funktionären in ihren Logen. Er gehört den Fans auf den Tribünen.

Und genau deshalb muss eine Weltmeisterschaft für alle bezahlbar bleiben – nicht nur für jene, die sich Ticketpreise leisten können, die inzwischen den Wert eines Kleinwagens erreichen.

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