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Myanmar: Zwangsrekrutierungen stärken Militär – Rebellen geraten zunehmend unter Druck

sasint (CC0), Pixabay
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Der Bürgerkrieg in Myanmar hat eine neue Wendung genommen. Während Rebellenverbände vor zwei Jahren noch bedeutende Geländegewinne erzielen konnten, gelingt es der Militärjunta inzwischen, verlorene Gebiete zurückzuerobern. Einen wesentlichen Grund sehen Beobachter in der seit 2024 durchgesetzten Wehrpflicht, die dem Militär tausende zusätzliche Soldaten verschafft hat.

Die BBC sprach in einem Rebellenlager mit vier jungen Männern, die nach eigenen Angaben gegen ihren Willen für die Armee rekrutiert wurden. Sie berichten, auf der Straße festgenommen und ohne echte Wahlmöglichkeit zum Militärdienst gezwungen worden zu sein. Nach wenigen Monaten Ausbildung seien sie direkt an die Front geschickt worden. Schließlich desertierten sie und gerieten in die Hände der People’s Defence Force (PDF), einer der wichtigsten Widerstandsgruppen gegen die Militärregierung.

Nach Einschätzung von Rebellenkommandeuren hat die Zwangsrekrutierung die Kräfteverhältnisse auf dem Schlachtfeld verändert. Die Junta verfüge nun über nahezu unbegrenzten Nachschub an Soldaten, während die Widerstandsbewegung unter Geldmangel, Waffenknappheit und fehlendem Nachwuchs leide.

Hinzu kommen technologische Nachteile. Rebellenführer berichten, dass die Armee ihre Fähigkeiten bei Drohnen und Luftangriffen deutlich ausgebaut habe. Unterstützt werde dies unter anderem durch eine engere militärische Zusammenarbeit mit Russland. Gleichzeitig erschweren von China vermittelte Waffenstillstände sowie eingeschränkte Nachschubwege die Lage der Aufständischen zusätzlich.

Besonders umkämpft sind derzeit mehrere Grenzregionen, darunter die Bundesstaaten Karen, Kachin und Chin. Dort versucht das Militär, die Kontrolle über strategisch wichtige Gebiete zurückzugewinnen. Rebellenkommandeure berichten von großen Truppenbewegungen und verstärkten Offensiven der Junta.

Die humanitäre Lage bleibt dramatisch. In improvisierten Feldlazaretten behandeln Ärzte Verwundete unter schwierigsten Bedingungen. Viele Kämpfer leiden unter schweren Verletzungen, verursacht durch Gefechte, Luftangriffe oder Landminen. Myanmar zählt inzwischen zu den am stärksten verminten Ländern der Welt. Allein im vergangenen Jahr wurden Hunderte Menschen durch Minen getötet oder verletzt.

Trotz der Rückschläge zeigen sich viele Angehörige des Widerstands entschlossen, ihren Kampf fortzusetzen. Sie hoffen weiterhin auf ein demokratisches Myanmar und sehen in ihrem Einsatz die einzige Möglichkeit, die Militärherrschaft langfristig zu beenden.

Der Konflikt, der nach dem Militärputsch von 2021 ausbrach, hat bereits tausende Menschenleben gefordert und Millionen zur Flucht gezwungen. Ein Ende der Kämpfe ist derzeit nicht in Sicht.

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