Trotz der von den USA verhängten Seeblockade gegen iranische Häfen haben mehrere Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin passiert. Das geht aus von BBC Verify ausgewerteten Schiffsdaten hervor.
Demnach haben seit Beginn der US-Blockade mindestens vier Schiffe mit Verbindungen zum Iran die Meerenge durchquert. Zwei dieser Schiffe sollen später jedoch wieder umgedreht haben. Außerdem wurden laut den ausgewerteten Tracking-Daten mindestens vier weitere Schiffe ohne erkennbare Iran-Verbindung registriert, die die Passage ebenfalls nutzten.
Das US-Zentralkommando erklärte dagegen, in den ersten 24 Stunden der Blockade hätten sechs Schiffe auf US-Anweisung umgedreht, und kein Schiff aus iranischen Häfen habe die Blockade erfolgreich durchbrochen.
Die Lage bleibt unübersichtlich, da Schiffsdaten in der Region teils unvollständig sind oder bewusst manipuliert werden könnten. Einige Schiffe könnten ihre Positionen verschleiern oder keine vollständigen Signale senden.
Vor Beginn des Konflikts passierten laut dem Joint Maritime Information Centre im Durchschnitt 138 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus. Seit Ausbruch des Krieges sitzen laut Experten inzwischen rund 800 Schiffe in der Region fest.
Die strategisch wichtige Meerenge ist für den weltweiten Öl- und Gastransport von zentraler Bedeutung. Die anhaltenden Störungen haben bereits erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und sorgen für Unsicherheit in internationalen Lieferketten.
Zusätzliche Sorgen bereitet die Gefahr von Seeminen. Die iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten inzwischen eigene empfohlene Routen für Schiffe und markierten Teile der Passage als gefährlich. Die US-Marine ist nach eigenen Angaben mit Zerstörern in der Region im Einsatz, um mögliche Minen zu räumen.
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