Nach scharfen Angriffen auf Medienvertreter scheint der umstrittene Goldhändler Helmut Kaltenegger nun offenbar auch den Zugang zu kritischen Inhalten einzuschränken. Darauf macht der Journalist Lars-Marten Nagel aufmerksam.
Nagel hatte zuvor im Handelsblatt über eine Wutrede Kalteneggers berichtet, in der dieser Kritiker und Journalisten unter anderem als „Vollidioten“, „Witzfiguren“ und „Intelligenzfuzzis“ bezeichnet hatte. Das betreffende Video aus dem Youtube-Kanal der TGI AG war zunächst öffentlich abrufbar und wurde von Nagel in seinem Bericht dokumentiert.
Nun seien das Video sowie zahlreiche weitere Inhalte von „TGI TV“ plötzlich auf „privat“ gestellt worden. Insgesamt sollen nach seinen Angaben 21 Videos nicht mehr öffentlich sichtbar sein.
Für Nagel wirft das Fragen auf — insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits mehrere europäische Finanzaufsichtsbehörden vor Aktivitäten rund um das Unternehmen gewarnt haben sollen. Genannt werden Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Ungarn.
Gerade bei Unternehmen oder Anbietern, bei denen erhebliche Anlegergelder im Raum stehen, sei Transparenz von zentraler Bedeutung. Wenn öffentlich verbreitete Aussagen und Videos nachträglich verschwinden, erschwere dies die journalistische Aufarbeitung und öffentliche Kontrolle erheblich.
Lars-Marten Nagel ruft deshalb dazu auf, vorhandene Kopien oder Zugänge zu den inzwischen privaten Videos zu sichern und journalistisch verfügbar zu machen. Sein Anliegen: Aussagen, die öffentlich verbreitet wurden, sollten auch im Nachhinein nachvollziehbar bleiben — insbesondere dann, wenn sie für Anleger, Behörden oder die öffentliche Debatte relevant sein könnten.
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