In Nordrhein-Westfalen sind Ermittler gegen ein mutmaßliches Netzwerk aus Handwerksfirmen vorgegangen. Im Zentrum steht der Verdacht auf jahrelange Steuerhinterziehung in mindestens sechsstelliger Höhe.
Nach Angaben des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW sollen mehrere Beschuldigte, mutmaßlich Angehörige eines Familienclans, Handwerksbetriebe gegründet und ihre Dienstleistungen unter anderem über Onlineplattformen angeboten haben.
Dabei sollen Firmen teils gar nicht ordnungsgemäß angemeldet gewesen sein. In anderen Fällen seien nicht mehr aktive Steuernummern verwendet worden.
Die Einnahmen aus den Aufträgen sollen nach bisherigen Ermittlungen nicht beim Finanzamt erklärt worden sein. Der bislang nachweisbare Steuerschaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich. Da die mutmaßlichen Taten mindestens fünf Jahre zurückreichen sollen, könnte der tatsächliche Schaden noch deutlich höher sein.
Bei den Durchsuchungen waren neben Steuerfahndern auch Polizei und Staatsanwaltschaft beteiligt. Ein Geldspürhund kam ebenfalls zum Einsatz. Die Ermittler sicherten Beweismittel, außerdem wurde ein Grundstück zur Sicherung möglicher staatlicher Ansprüche belastet.
Neben acht Beschuldigten prüfen die Behörden Hinweise auf weitere Beteiligte. Die Geschäfte sollen bundesweit gelaufen sein.
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Ermittler, dass die Verdächtigen über Jahre hinweg offenbar keinerlei Umsatz- und Ertragsteuern gezahlt haben sollen. Gleichzeitig sollen Kunden nach erledigten Arbeiten teilweise unter Druck gesetzt worden sein, mehr Geld als ursprünglich vereinbart zu zahlen.
Kommentar hinterlassen