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Shania Twain mit 60: „Mein Körper ist nichts, wofür ich mich schämen muss“

42430876 (CC0), Pixabay
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Shania Twain spricht offen über das Älterwerden, die Wechseljahre und den langen Weg zu einem entspannteren Verhältnis zum eigenen Körper. Die Country-Sängerin, die inzwischen 60 Jahre alt ist, macht deutlich: Jugend um jeden Preis ist für sie kein Ziel mehr.

Nach Jahren öffentlicher Beobachtung und ständiger Bewertung ihres Aussehens sagt Twain heute, dass Bodyshaming sie nicht mehr treffe. Ihr Körper sei nichts, wofür sie sich schämen müsse. Diese Haltung sei mit der Zeit, mit Erfahrung und Reife gewachsen.

So selbstbewusst war die Musikerin allerdings nicht immer. Twain beschreibt, dass sie früher große Schwierigkeiten hatte, Veränderungen an ihrem Körper zu akzeptieren. Der Blick in den Spiegel sei zeitweise belastend gewesen, weil sie vor allem vermeintliche Makel gesehen habe. Besonders der Übergang vom jungen Pop- und Country-Star hin zu einer älteren Frau habe ihr bewusst gemacht, wie stark Frauen in der Öffentlichkeit über ihr Aussehen definiert werden.

Ein Wendepunkt waren für Twain die Wechseljahre. Während ihrer Las-Vegas-Residency im Jahr 2019 habe sie körperliche Veränderungen bemerkt, die sie zunächst nicht einordnen konnte. Sie sprach von einem ungewohnten Aufgedunsensein und davon, dass sie daraufhin ihre Ernährung veränderte. Gleichzeitig habe sie zu wenig Wasser getrunken, während sie sich an das trockene Klima Nevadas gewöhnte.

Kurz darauf verletzte sie sich schwerer: Twain riss sich zwei Muskeln im Oberschenkel und musste von der Bühne getragen werden. Rückblickend habe ihr diese Erfahrung gezeigt, wie wichtig es sei, Gesundheit und Wohlbefinden nicht hinter äußeren Erwartungen zurückzustellen.

Heute blickt sie anders auf sich selbst. Sie wolle nicht wieder 25 oder 30 sein, sagt Twain sinngemäß. Stattdessen gehe es darum, den eigenen Körper in der Gegenwart anzunehmen – mit Dellen, Rundungen, Falten und allem, was zum Älterwerden dazugehört. Ihre Botschaft: Menschen sollten sich nicht erst später erlauben, sich selbst zu mögen.

Die Offenheit der Sängerin passt zu einer größeren Debatte über Frauen, Alter und Körperbilder in der Unterhaltungsbranche. Gerade Künstlerinnen stehen oft unter besonderem Druck, möglichst lange jugendlich, schlank und makellos zu wirken. Twain setzt dem eine andere Haltung entgegen: Sie will ihren Körper nicht länger als Projekt betrachten, das ständig korrigiert werden muss.

Auch über Ernährung und Fitness spricht die Musikerin pragmatisch. Bereits früher erklärte sie, dass sie vor Auftritten auf bestimmte Lebensmittel verzichtet und viel mit Proteinshakes und rohem Gemüse arbeitet. Eine strenge Fitnessroutine verfolge sie jedoch nicht. Während Tourphasen sei sie ohnehin viel in Bewegung.

Twain bewirbt derzeit ihr siebtes Studioalbum „Little Miss Twain“, das von ihrer Kindheit, ihrer Familie und prägenden Erfahrungen ihres Lebens inspiriert ist. Auch deshalb wirkt ihre aktuelle Botschaft wie ein persönliches Fazit: Älterwerden ist für sie kein Verlust, sondern ein Prozess, in dem sie gelernt hat, sich selbst weniger hart zu beurteilen.

Für viele Fans dürfte genau das die stärkste Aussage sein. Shania Twain will nicht mehr gegen die Zeit kämpfen. Sie will ihren Körper nicht verstecken und nicht beschämen lassen. Stattdessen wirbt sie für einen gelasseneren Blick auf das eigene Spiegelbild – gerade dann, wenn es sich verändert.

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