Drei Tore auswärts. Eine Führung. Ein Rückstand. Ein Comeback. Wieder die Führung. Und am Ende steht da trotzdem nur ein Punkt.
Ganz ehrlich: Das ist zu wenig.
Natürlich kann man nach dem 3:3 in Greifswald sagen, dass Lok Moral gezeigt hat. Dass die Mannschaft nach dem zwischenzeitlichen 1:2 zurückgekommen ist. Dass Siebeck und Ziane das Spiel noch vor der Pause gedreht haben. Alles richtig. Lok führte zur Halbzeit sogar mit 3:2.
Aber genau deshalb ärgert dieses Unentschieden so sehr.
Denn wer auswärts drei Tore schießt, muss eigentlich gewinnen. Punkt.
Stattdessen kassiert Lok 33 Sekunden nach Wiederanpfiff das 3:3. Die Mannschaft kommt aus der Kabine, und die Defensive offenbar gedanklich ein paar Sekunden später. Greifswald spielt sich viel zu einfach durch, Bokake steht frei und vollendet. So darf man eine Führung nicht herschenken.
Das Problem ist inzwischen auch kein Ausrutscher mehr.
Die Defensive bleibt die Achillesferse. Bereits beim zwischenzeitlichen 2:1 wurde festgehalten, dass Lok zu diesem Zeitpunkt schon das 15. Gegentor im achten Spiel kassiert hatte. Für eine Mannschaft mit höheren Ansprüchen ist das schlicht zu viel.
Vorne sieht vieles ordentlich aus. Čevis macht ein starkes Spiel und erzielt ein sehenswertes Führungstor. Siebeck vollendet einen gut herausgespielten Angriff zum 2:2, Ziane dreht die Partie anschließend sogar komplett. Offensiv kann diese Mannschaft Gegner beschäftigen und Spiele drehen.
Aber was nützt dir das alles, wenn du hinten regelmäßig die Tür offen lässt?
Besonders bitter: Lok war über weite Strecken spielbestimmend. Greifswald musste nicht permanent dominieren, sondern durfte auf Umschaltmomente warten – und bekam immer wieder Räume angeboten. Genau das ist der Punkt, der Sorgen machen muss.
Natürlich ist ein Punkt nach zwei Liga-Niederlagen besser als gar keiner. Und natürlich ist es positiv, dass die Mannschaft zurückgekommen ist und bis zum Schluss auf den Sieg gedrängt hat. Sogar in der Nachspielzeit gab es noch Möglichkeiten. Am Ende blieb es aber beim 3:3.
Trotzdem darf man sich dieses Ergebnis nicht schönreden.
Drei Tore auswärts müssen reichen.
Wenn Lok wirklich oben mitspielen will, dann muss diese Mannschaft endlich lernen, Führungen konsequenter zu verteidigen. Es kann nicht jedes Spiel darum gehen, vorne noch ein Tor mehr zu schießen als die eigene Defensive hinten zulässt.
Die Moral stimmt.
Die Offensive lebt.
Aber hinten brennt es zu oft.
Und solange sich das nicht ändert, werden aus möglichen Siegen weiterhin unnötig verlorene Punkte.
Drei Tore in Greifswald – und nur ein Punkt. Das fühlt sich am Ende eher nach zwei verlorenen als nach einem gewonnenen Punkt an.
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