Mit eindringlichen Worten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim NATO-Gipfel in Ankara die Verbündeten zu einer deutlich stärkeren Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung aufgerufen. Hintergrund sind die zuletzt massiv verstärkten russischen Raketenangriffe auf ukrainische Städte, bei denen innerhalb weniger Tage mehr als 50 Zivilisten ums Leben kamen.
„Wir können vieles selbst leisten, doch bei der Flugabwehr brauchen wir die Entschlossenheit unserer Partner“, erklärte Selenskyj. Vor allem zusätzliche Systeme des Typs Patriot sowie passende Abfangraketen seien notwendig, um russische ballistische Raketen wirksam bekämpfen zu können.
Während die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben einen Großteil der eingesetzten Drohnen und Marschflugkörper erfolgreich abfangen kann, bereiten ballistische Raketen weiterhin erhebliche Probleme. Diese erreichen ihre Ziele mit hoher Geschwindigkeit und lassen sich nur mit modernen westlichen Luftverteidigungssystemen zuverlässig bekämpfen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekräftigte vor Beginn des Gipfels die Unterstützung für die Ukraine und forderte die Mitgliedstaaten auf, ihren Beitrag zu leisten. Die Ukraine verteidige nicht nur ihre eigene Souveränität, sondern beeinflusse auch die militärische Lage an der Front zugunsten der westlichen Partner.
Parallel zu den russischen Angriffen intensiviert auch die Ukraine ihre Drohnenoffensive gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet. In den vergangenen Wochen wurden unter anderem Ölraffinerien, Treibstofflager und militärische Einrichtungen angegriffen. Besonders aufsehenerregend war ein erfolgreicher Angriff auf eine Raffinerie in der sibirischen Stadt Omsk, mehr als 2.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Auch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim häufen sich Angriffe auf Energie- und Versorgungsinfrastruktur.
Nach ukrainischer Darstellung sollen diese Schläge den militärischen und wirtschaftlichen Druck auf Moskau erhöhen und Präsident Wladimir Putin zu ernsthaften Friedensverhandlungen bewegen. Russland wiederum meldete den Abschuss hunderter ukrainischer Drohnen und bezeichnet die Angriffe als terroristische Aktionen.
Am Rande des NATO-Gipfels will Selenskyj zudem mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Dabei dürfte die weitere militärische Unterstützung der Ukraine ebenso Thema sein wie mögliche Schritte zu einer diplomatischen Lösung des inzwischen seit Jahren andauernden Krieges.
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