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Ecuadors Kampf gegen Drogenbanden: Polizei zwischen Gewalt und Korruption

Maklay62 (CC0), Pixabay
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In der ecuadorianischen Stadt Durán liefern sich Polizei und Drogenbanden einen erbitterten Kampf. Hauptmann Jean Carlos Bustamante führt dort ein handverlesenes Team an. Er vertraut nur den Beamten unmittelbar an seiner Seite. Zu groß sei die Gefahr, dass Kollegen, Staatsbedienstete oder Politiker von kriminellen Gruppen bezahlt würden.

Bei einem Einsatz durchsucht seine Einheit ein verlassenes Haus und findet zwei Pistolen sowie Munition für ein Sturmgewehr. Für Bustamante ist das ein kleiner Erfolg: Jede beschlagnahmte Waffe könne künftig kein Menschenleben mehr gefährden. Dennoch räumt er ein, dass die Banden über erheblich mehr Geld und Waffen verfügten als der Staat. Drei enge Freunde habe er im Kampf gegen die organisierte Kriminalität bereits verloren.

Ecuador hat sich innerhalb weniger Jahre von einem vergleichsweise friedlichen Reiseland zu einem Zentrum des internationalen Kokainhandels entwickelt. Drogen gelangen vor allem aus den Nachbarstaaten Kolumbien und Peru ins Land. Einheimische Banden arbeiten mit mexikanischen Kartellen und albanischen Mafiagruppen zusammen. Sie nutzen schwach kontrollierte Grenzen, eine lange Pazifikküste und unterfinanzierte Sicherheitsbehörden. Nach Angaben von Präsident Daniel Noboa werden rund 70 Prozent des Kokains für Europa und die USA über Ecuador weitergeleitet.

2025 wurden nach Angaben des Innenministeriums mehr als 9.200 Menschen gewaltsam getötet. Trotz des harten Vorgehens der Regierung bleibt die Lage angespannt. Kritiker meinen, die Festnahme führender Bandenchefs habe kriminelle Gruppen zwar geschwächt, zugleich aber zersplittert und vervielfacht.

Auch Korruption erschwert die Ermittlungen. Polizisten berichten, dass Verdächtige nach Festnahmen häufig wieder freikommen. Ein Bandenführer erklärte gegenüber der BBC sogar, vier Beamte auf seiner Gehaltsliste zu haben. Sie würden ihn vor bevorstehenden Razzien warnen. Dafür zahle er monatlich bis zu 2.000 Dollar.

Besonders erschütternd ist die Rolle Minderjähriger. Menschenrechtsorganisationen zufolge können Kinder bereits mit zwölf Jahren von Banden angeworben werden. Mit 15 würden manche als Auftragsmörder eingesetzt.

In Durán meldet die Polizei zwar Fortschritte: Die Mordrate sei im ersten Halbjahr deutlich gesunken, und viele Straßen seien abends wieder belebt. Von einer dauerhaften Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Tödliche Schüsse, Racheakte und die Angst vor verirrten Kugeln gehören für viele Einwohner weiterhin zum Alltag.

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