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Schüsse am Rande der Pride: Sorge und Solidarität in New York

fsHH (CC0), Pixabay
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Am 29. Juni 2025, dem letzten Tag der Pride-Feierlichkeiten in New York City, kam es in der Nähe des historischen Stonewall Inn zu einer Schießerei, bei der zwei Jugendliche verletzt wurden. Eine 16-jährige wurde dabei schwer am Kopf verletzt und befindet sich laut Angaben der New Yorker Polizei in kritischem Zustand. Eine 17-jährige erlitt eine Schussverletzung am Bein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter ist bisher nicht gefasst, die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Die Tat ereignete sich in unmittelbarer Nähe zum Stonewall Inn, einem Symbolort der LGBTQ+-Bewegung, wo 1969 die sogenannten Stonewall-Aufstände begannen. Der Ort wurde 2016 von Präsident Obama zum nationalen Denkmal erklärt. Die jährliche Pride Parade in New York ist mit über zwei Millionen Besuchern und rund 75.000 Teilnehmenden die größte ihrer Art in den USA.

Obwohl das Motiv für die Schüsse bislang nicht bestätigt ist, sorgt der Vorfall innerhalb der LGBTQ+-Community für große Besorgnis. Viele sehen darin ein weiteres Zeichen wachsender Unsicherheit in einem ohnehin angespannten gesellschaftlichen Klima. In den letzten Jahren kam es vermehrt zu Angriffen auf queere Personen – etwa im Jahr 2023, als eine Ladenbesitzerin in Kalifornien wegen einer Pride-Flagge erschossen wurde oder ein junger Mann in Brooklyn aufgrund eines Tanzes vor einer Tankstelle ermordet wurde.

Psychologen und Expertinnen warnen davor, dass Angst langfristig zu Rückzug und psychischer Belastung führen kann. Raquel Martin, klinische Psychologin, erklärte gegenüber USA TODAY: „Es ist verständlich, Angst vor dem Unbekannten zu haben. Aber wenn diese Angst uns daran hindert, am Leben teilzunehmen, wird sie zu einem Problem.“

In einer Zeit, in der Nachrichten und Videos von Gewalttaten sofort und überall verfügbar sind, wirken solche Ereignisse besonders nah und bedrohlich. Laut einer Umfrage des Trevor Projects unter über 18.000 LGBTQ+-Jugendlichen in 2024, gaben 90 % an, dass die politische Lage ihre psychische Gesundheit negativ beeinflusse. Diskriminierung, Gewalt und politische Rückschritte wie das Verbot geschlechtsangleichender Maßnahmen für Minderjährige in mehreren US-Bundesstaaten verschärfen die Situation zusätzlich.

Trotz allem rufen Fachleute und Aktivist*innen dazu auf, sich nicht von Angst lähmen zu lassen. Gespräche mit vertrauten Personen, therapeutische Unterstützung und aktives Engagement – auch als Verbündete – seien zentrale Wege, um mit Angst und Ohnmacht umzugehen.

„Angst darf uns nicht aufhalten“, so Martin. „Sie kann uns wachsam machen – aber nicht davon abhalten, sichtbar zu sein.“

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