Der FC Schalke 04 sorgt für eine Überraschung, die besonders bei langjährigen Fans Erinnerungen wecken dürfte. Nach 31 Jahren kehrt das ehemalige Vereinsmaskottchen Wühli zurück. Der kleine Maulwurf soll künftig eine neue Aufgabe übernehmen – und dabei sogar seinem Nachfolger Erwin ein wenig Konkurrenz machen.
Es gibt Dinge, die gehören zu Schalke wie die Currywurst zum Ruhrgebiet, das königsblaue Trikot zur Veltins-Arena und die ewige Hoffnung auf bessere Fußballzeiten. Und dann gibt es Wühli.
Jüngere Schalke-Fans dürften bei diesem Namen zunächst einmal ratlos schauen. Die ältere Generation dagegen erinnert sich möglicherweise noch gut an den sympathischen Maulwurf, der Anfang der 1990er-Jahre durch das damalige Parkstadion wuselte.
Nun hat Schalke seinen einstigen Glücksbringer nach mehr als drei Jahrzehnten wieder ausgegraben.
Wühli war schon da, als Erwin noch kein Maskottchen war
Zwischen 1991 und 1995 war Wühli das erste offizielle Maskottchen des FC Schalke 04.
Der Maulwurf gehörte damit zu einer Zeit, als die Königsblauen noch im Parkstadion spielten, Mobiltelefone Seltenheitswert besaßen und niemand daran dachte, dass Fußballvereine eines Tages ganze Abteilungen für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung beschäftigen würden.
Eine besonders kuriose Geschichte rankt sich um Wühlis Premiere im Juni 1991.
Damals kündigte Schalke über die Stadionlautsprecher eine große Überraschung an. Zahlreiche Anhänger hofften offenbar auf die Rückkehr von Olaf Thon.
Doch statt des ersehnten Fußballstars präsentierte die legendäre Schalker Betreuerfigur Charly Neumann einen Maulwurf.
Man könnte sagen: Die Fans erwarteten einen Weltmeister – und bekamen einen Spezialisten für unterirdische Angelegenheiten.
1995 verschwand Wühli schließlich von der Bildfläche. Sein Nachfolger wurde Erwin, der sich seitdem als königsblaues Maskottchen etablierte.
Jetzt bekommt Wühli eine neue Aufgabe
Die Rückkehr ist keineswegs nur eine nostalgische Werbeaktion.
Zum Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 17. Oktober 2026, soll Wühli wieder in Erscheinung treten.
Anlass ist ein Nachhaltigkeits-Spieltag des Vereins.
Künftig soll der Maulwurf insbesondere Kinder und Jugendliche für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren.
Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar: Ein sympathisches Maskottchen erreicht junge Menschen möglicherweise leichter als trockene Informationsveranstaltungen oder komplizierte Nachhaltigkeitsberichte.
Wühli soll entsprechende Themen anschaulich vermitteln und damit eine neue Rolle innerhalb des Vereins übernehmen.
Erwin bleibt – Wühli kommt dazu
Wer jetzt befürchtet, dass Erwin seinen Platz räumen muss, kann beruhigt sein.
Die Rückkehr des Maulwurfs bedeutet nach den bisherigen Informationen keinen vollständigen Maskottchenwechsel.
Vielmehr erhalten die Königsblauen einen zusätzlichen Botschafter, dessen Aufgabenbereich sich insbesondere auf die Nachhaltigkeitsarbeit konzentriert.
Damit setzt Schalke auf eine interessante Verbindung aus Tradition und aktuellen gesellschaftlichen Themen.
Ein kleines Stück Vereinsgeschichte kehrt zurück
Während Schalke sportlich nach der Rückkehr in die Bundesliga um wichtige Punkte kämpft, sorgt der Verein abseits des Rasens für einen sympathischen Moment.
Gerade bei einem Klub, dessen Geschichte von außergewöhnlicher Fanverbundenheit geprägt ist, können solche Aktionen eine besondere Wirkung entfalten.
Denn Schalke ist für seine Anhänger weit mehr als ein Fußballverein.
Es ist ein Stück Heimat, Erinnerung und Ruhrgebietskultur.
Dass ausgerechnet ein Maulwurf nach 31 Jahren noch einmal zum Einsatz kommt, besitzt deshalb einen gewissen Charme.
Vielleicht ist Wühli sogar die passende Symbolfigur für einen Verein, der sich in seiner Geschichte immer wieder aus schwierigen Situationen herausarbeiten musste.
Fazit der Redaktion diebewertung.de:
Schalke hat nach 31 Jahren nicht etwa einen ehemaligen Torjäger zurückgeholt, sondern einen Maulwurf.
Ob Wühli dem Verein sportlich Glück bringt, bleibt abzuwarten. Bei seiner neuen Aufgabe geht es ohnehin nicht um Tore, sondern um Umweltbewusstsein.
Und vielleicht kann sich der eine oder andere Schalker Fan mit dem kleinen Kerl besonders gut identifizieren: Schließlich weiß man auf Schalke ziemlich genau, wie es sich anfühlt, wenn man sich erst einmal wieder nach oben buddeln muss.
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