Cristiano Ronaldo stemmt die Meisterschale in den Himmel von Riad – und Saudi-Arabien bekommt endlich genau das Bild, auf das man seit Jahren gewartet hat.
Mehr als drei Jahre nach seinem spektakulären Wechsel zu Al-Nassr hat der portugiesische Superstar erstmals die saudische Meisterschaft gewonnen. Mit zwei Treffern beim 4:1 gegen Damac sicherte Ronaldo seinem Klub am letzten Spieltag den Titel vor dem großen Rivalen Al-Hilal.
Der Titel, für den Ronaldo geholt wurde
Als Ronaldo Ende 2022 nach Saudi-Arabien wechselte, ging es längst nicht nur um Fußball.
Der Transfer war ein globales PR-Projekt.
Saudi-Arabien wollte der Welt zeigen:
„Wir gehören jetzt zur großen Sportbühne.“
Mit Ronaldo begann die riesige Einkaufstour des Königreichs:
Karim Benzema,
Neymar,
Sadio Mané,
Riyad Mahrez,
N’Golo Kanté
und viele weitere Stars folgten.
Doch ausgerechnet Ronaldo selbst hatte bislang keinen großen nationalen Titel gewonnen – trotz über 100 Toren für Al-Nassr.
Saudi-Projekt sucht neue Dynamik
Der Titel kommt deshalb zu einem wichtigen Zeitpunkt.
Denn die anfängliche Euphorie rund um die saudische Liga ist zuletzt etwas abgeflaut. Die ganz großen Schlagzeilen wie noch 2023 bleiben inzwischen häufiger aus.
Auch andere Prestigeprojekte Saudi-Arabiens geraten zunehmend ins Wanken:
LIV Golf verliert Unterstützung,
Winterspiele wurden verschoben,
und auch Tennis-Partnerschaften stehen offenbar auf der Kippe.
Da wirkt Ronaldos Meistertitel fast wie ein dringend benötigter PR-Sieg.
Das vielleicht größte Ligaspiel der saudischen Geschichte
Besonders dramatisch verlief das Titelrennen gegen Al-Hilal.
Das direkte Duell Mitte Mai galt laut Organisatoren als möglicherweise größtes Ligaspiel der saudischen Fußballgeschichte – übertragen in mehr als 180 Länder.
Das Spiel endete spektakulär:
Al-Nassr führte bereits tief in der Nachspielzeit, ehe Torwart Bento mit einem folgenschweren Fehler noch den Ausgleich verursachte.
Doch am letzten Spieltag machte Ronaldos Team schließlich alles klar.
Ronaldo zwischen Superstar und Streitfigur
Ganz ohne Kontroversen verlief die Saison allerdings nicht.
Immer wieder gab es Vorwürfe rivalisierender Spieler und Vereine, die Liga bevorzuge Ronaldo und Al-Nassr.
Der Portugiese selbst reagierte genervt auf die Debatten:
„Das ist Fußball, kein Krieg“, erklärte Ronaldo und kritisierte die ständigen öffentlichen Beschwerden über Schiedsrichter und die Liga.
Saudi-Arabien setzt inzwischen stärker auf jüngere Stars
Interessant ist dabei:
Saudi-Arabien scheint seine Transferstrategie langsam zu verändern.
Während 2023 noch hunderte Millionen für alternde Superstars ausgegeben wurden, achten die Klubs inzwischen stärker auf jüngere Spieler mit Wiederverkaufswert.
Trotzdem bleibt Ronaldo die wichtigste Symbolfigur des gesamten Projekts.
Ronaldo schreibt weiter Geschichte
Für Cristiano Ronaldo ist die saudische Meisterschaft bereits der achte Liga-Titel seiner Karriere – nach Erfolgen in England, Spanien und Italien.
Und für Saudi-Arabien ist das Bild des jubelnden Ronaldo mit Meisterschale vermutlich unbezahlbar.
Denn genau dafür wurde er verpflichtet:
Nicht nur um Tore zu schießen –
sondern um dem saudischen Fußball weltweite Aufmerksamkeit und Glanz zu verleihen.
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