Startseite Allgemeines MDR:Hauptsache Chefgehälter und Pensionen sind gerettet
Allgemeines

MDR:Hauptsache Chefgehälter und Pensionen sind gerettet

2530862 (CC0), Pixabay
Teilen

Der MDR spart. Natürlich nicht bei den Chefetagen, nicht bei den üppigen Versorgungssystemen und selbstverständlich auch nicht dort, wo jahrzehntelang ein öffentlich-rechtliches Wohlfühlbiotop entstanden ist. Nein, gespart wird dort, wo es am einfachsten ist: bei freien Mitarbeitern, Produktionen und am Ende beim Zuschauer.

Denn was interessieren schon Zuschauerwünsche, wenn zuerst die Versorgungspakete abgesichert werden müssen?

Tatort weg, Polizeiruf weg – aber die Versorgung läuft weiter

Drei Jahre kein „Tatort“ aus Dresden.
Drei Jahre kein „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg.

Für viele Zuschauer vermutlich ein Schock.
Für manche MDR-Verantwortliche offenbar einfach nur eine Excel-Tabelle mit dem Vermerk:
„Kürzung erfolgreich umgesetzt.“

Dass hinter solchen Produktionen hunderte freie Mitarbeiter, Kameraleute, Autoren, Techniker und Kreative hängen, scheint eher ein bedauerlicher Kollateralschaden zu sein.

Aber keine Sorge:
Die Chefetagen müssen deshalb natürlich nicht plötzlich auf Dienstwagen verzichten oder ihre Altersversorgung neu berechnen.

Der öffentlich-rechtliche Selbstbedienungsladen

Der MDR wirkt inzwischen weniger wie ein moderner Medienanbieter und mehr wie ein öffentlich finanziertes Versorgungswerk mit angeschlossener Fernsehausstrahlung.

Das Prinzip scheint simpel:
Solange oben alles stabil bleibt, kann unten ruhig ein bisschen kollabieren.

Freie Mitarbeiter? Flexibilität!
Produktionen? Einsparpotenzial!
Zuschauerbindung? Ach, die zahlen doch sowieso Gebühren.

Und falls jemand wirklich seinen Job verliert, gibt es ja immerhin einen „Soli-Fonds“. Das klingt fast fürsorglich. Frei übersetzt heißt das vermutlich:
„Tut uns leid, hier ist ein kleiner Trostpreis.“

Die Zuschauer zahlen – und bekommen weniger

Besonders absurd:
Der Rundfunkbeitrag läuft weiter.
Die Belastung für Bürger bleibt.
Aber das Angebot schrumpft immer weiter zusammen.

Weniger regionale Produktionen.
Weniger Eigenständigkeit.
Weniger Vielfalt.

Dafür mehr Verwaltung, mehr Strukturdebatten und vermutlich bald noch mehr Sitzungen darüber, wie man den Sparzwang kommunikativ „positiv begleiten“ kann.

Der Zuschauer erlebt inzwischen die faszinierende öffentlich-rechtliche Innovation:
Mehr bezahlen, weniger bekommen.

„Flexibilität“ – das Lieblingswort der Apparate

Die Gewerkschaften berichten, der MDR habe Forderungen nach Beschäftigungssicherung mit dem Hinweis auf notwendige „Flexibilität“ zurückgewiesen.

Ein wunderschönes Wort.

„Flexibilität“ bedeutet im öffentlich-rechtlichen Sprachgebrauch oft:
Andere verlieren ihren Job, damit die eigene Struktur unangetastet bleibt.

Denn erstaunlicherweise ist bei Intendantengehältern, Pensionsansprüchen oder Verwaltungsapparaten selten von „Flexibilität“ die Rede.

Der wahre Kern des Problems

Natürlich muss auch ein öffentlich-rechtlicher Sender wirtschaftlich arbeiten.
Natürlich kann man über Strukturen diskutieren.

Aber genau dort beginnt das eigentliche Problem:
Gespart wird bevorzugt dort, wo am wenigsten Macht sitzt.

Nicht oben.
Nicht im System.
Sondern bei denen, die Inhalte produzieren.

Und irgendwann stellt sich zwangsläufig die Frage:
Wofür zahlen die Menschen eigentlich noch Rundfunkbeitrag?

Für regionale Vielfalt?
Für unabhängigen Journalismus?
Oder vor allem dafür, dass ein riesiger Verwaltungsapparat samt Versorgungssystem weiterläuft?

Vielleicht braucht es mehr als nur ein Sparprogramm

Die Debatte um den MDR zeigt längst ein größeres Problem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks:
Viele Bürger haben zunehmend das Gefühl, dass sich das System vor allem selbst verwaltet und absichert.

Und genau deshalb wächst der Frust.

Denn wenn zuerst Produktionen verschwinden, freie Mitarbeiter geopfert werden und Zuschauerinteressen hinten anstehen, während gleichzeitig über Pensionen und Spitzengehälter kaum gesprochen wird, dann entsteht eben genau dieser Eindruck:

Nicht Rundfunk für die Bürger.
Sondern Bürgerfinanzierung für ein Versorgungssystem.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

AfD Sachsen-Anhalt: Der Weg zur Macht reicht nicht – jetzt braucht es auch Kompetenz

Die AfD in Sachsen-Anhalt befindet sich politisch im Aufwind. Umfragen sehen die...

Allgemeines

Willkommen im betreuten Feiern: Erlangen erklärt den Ballermann zur Staatsgefahr

Es gibt Städte, die kümmern sich um Wohnungsnot, marode Straßen oder steigende...

Allgemeines

TGI international L.L.C-FZ

Zu dem Unternehmen TGI international L.L.C-FZ mit Sitz in der Meydan Free...

Allgemeines

Durch sparen Millionär werden`?

Ein modernes Märchen aus dem Land der Sonderangebote Es war einmal ein...