BVB-Fans zwischen Liebe, Leid und Transfergerüchten
Es gibt im Leben eines Borussia-Dortmund-Fans drei Gewissheiten: Bayern kauft irgendwann wieder einen Wunschspieler weg, die Meisterschaft wird erst am letzten Spieltag entschieden – und sobald ein Stürmer mehr als 20 Tore schießt, klingelt die Premier League.
Diesmal trifft es offenbar unseren Torjäger Serhou Guirassy.
Während die BVB-Bosse öffentlich verkünden, dass sie fest mit ihm planen, sitzt der gemeine Dortmund-Fan bereits mit nervösem Augenlid vor dem Handy und aktualisiert im Fünf-Minuten-Takt sämtliche Transferportale Europas.
Alles ganz entspannt. Angeblich.
Offiziell gibt es überhaupt kein Problem.
Der BVB plant mit Guirassy.
Guirassy plant aktuell auch.
Nur möglicherweise nicht unbedingt mit dem BVB.
Das klingt ein wenig wie eine Ehe, in der beide Partner sagen: „Natürlich bleiben wir zusammen“, während einer bereits heimlich nach Immobilienanzeigen in London sucht.
Die Premier League ruft
Besonders gefährlich wird es immer dann, wenn englische Vereine Interesse zeigen.
Denn gegen die Premier League ist selbst die Gelbe Wand manchmal machtlos.
Dort winken Gehälter, bei denen selbst der Taschenrechner kurz einen Burnout bekommt.
Und irgendwo sitzt garantiert ein Aston-Villa-Scout mit einem Klemmbrett und notiert:
„Kann Tore schießen. Hat zwei Beine. Kostet nur 70 Millionen. Schnäppchen.“
Das Trauma des späten Abschieds
Wirklich Angst macht den Dortmundern aber nicht der mögliche Wechsel.
Angst macht der Zeitpunkt.
Denn die schlimmste Nachricht lautet nicht:
„Guirassy geht.“
Die schlimmste Nachricht lautet:
„Guirassy geht am 31. August um 23:47 Uhr.“
Zu diesem Zeitpunkt sind nämlich sämtliche Ersatzspieler Europas bereits verkauft, verliehen oder auf Mallorca im Urlaub.
Der BVB sucht dann wieder bei eBay Kleinanzeigen
Sollte Guirassy tatsächlich spät wechseln, beginnt in Dortmund traditionell die große Schnitzeljagd.
Dann heißt es:
„Kennt jemand einen Stürmer unter 50 Millionen?“
Antwort:
„Nein.“
„Unter 40 Millionen?“
„Auch nicht.“
„Unter 20 Millionen?“
„Da hätten wir einen 18-Jährigen aus der dritten norwegischen Liga, der einmal gegen einen Elch getroffen hat.“
„Her damit!“
Fisnik Asllani und die übliche Panik
Natürlich hat der BVB längst Alternativen auf der Liste.
Das Problem ist nur:
Diese Alternativen stehen auch auf den Listen von ungefähr zwölf anderen Vereinen.
Sobald Dortmund ernst macht, taucht meistens plötzlich noch ein englischer Klub auf, der mit einem Geldkoffer winkt, oder Leipzig erklärt, den Spieler bereits seit seiner Geburt beobachtet zu haben.
Reisende soll man nicht halkten
Am Ende gilt eine alte Fußballweisheit:
Wer unbedingt gehen will, wird gehen.
Und wer unbedingt in England spielen möchte, wird sich von Regen, Linksverkehr und Fish and Chips auch nicht aufhalten lassen.
Sollte Guirassy bleiben, feiern ihn die Fans weiterhin als Tormaschine.
Sollte er gehen, wird man ihm alles Gute wünschen.
Zumindest nach einer angemessenen Trauerphase von etwa drei bis sechs Monaten.
Fazit
Aktuell plant der BVB mit Guirassy.
Guirassy plant mit seiner Zukunft.
Die Fans planen vorsorglich schon einmal Schnappatmung.
Und irgendwo in Dortmund sitzt ein Verantwortlicher vor dem Telefon und hofft, dass bis Ende August niemand aus England anruft.
Denn eines hat die Fußballgeschichte gezeigt:
Reisende soll man nicht halkten.
Außer vielleicht Stürmer, die 30 Tore pro Saison schießen.
Kommentar hinterlassen